Lob, Anerkennung und Kritik für Ashok Sridharan

Der OB Ashok Alexander Sridharan

100 Tage Bonner Oberbürgermeister

Lob, Anerkennung und Kritik für Ashok Sridharan

Von Sebastian Tittelbach

Der Stichtag ist erst am Donnerstag (28. Januar 2016), doch schon am Vortag zog der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan seine 100-Tage-Bilanz. Der neue Mann an der Stadtspitze gibt sich dabei selbstkritisch.

Er habe es noch keine Sekunde bereut, Oberbürgermeister zu sein, zeigt sich Ashok Sridharan zufrieden. Und Sekunden sind eigentlich keine Maßeinheit für sein Arbeitspensum. Sein Tag beginnt morgens um sieben und endet oft erst um elf Uhr abends. Das Versprechen, dass der Sonntag der Familie gehört, muss zumindest in der Karnevalszeit pausieren. Und auch für den Laufsport fehlt ihm inzwischen die Zeit.

Drei Wahlversprechen direkt angepackt

An einem Tisch sitzen viele Leute

Heute zog der OB Bilanz

Drei Punkte hatte sich Sridharan schon im Wahlkampf vorgenommen und auch direkt angepackt: Wirtschaftsförderung, internationales Bonn und Beethovenstadt. In allen drei Bereichen habe er erste Schritte unternommen. Das Amt für Wirtschaftsförderung ist nun eng an den Oberbürgermeister gebunden, die verschiedenen Stellen, die bisher in der Stadtverwaltung verstreut waren, werden zusammengefasst und ziehen in den kommenden Wochen in eine Etage der Loggia direkt neben dem Stadthaus. Dort bezieht auch die Stabsstelle, die für das Beethovenfest zuständig ist, ihr Quartier. Auch sie ist dem Oberbürgermeister zugeordnet.

Sridharan will am Profil Bonns als Beethovenstadt weiter feilen und die Stadt beispielsweise neu auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin präsentieren. Die Zeit dränge, es sei bereits zwölf Uhr, da Bonn das Beethovenjahr 2020 auf internationalem Niveau feiern wolle.

Von den "Bürgern für Beethoven" kommt bereits großes Lob. Der neue OB habe in den wenigen Wochen mehr für Beethoven geleistet als sein Vorgänger in Jahren, sagt der Vorsitzende Stefan Eisel.

Auf Unterstützung angewiesen

Ebenfalls zum Profil Bonns gehören nach Sridharans Überzeugung die Vereinten Nationen. Bonn ist in seinen Augen die Hauptstadt der Nachhaltigkeit. Er mache sich dafür stark, dass die UN weitere Einrichtungen in Bonn ansiedle, sei dabei aber auf die Unterstützung der Bundesregierung angewiesen. Auch sollen mehr Nichtregierungsorganisationen nach Bonn gelockt werden.

Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer ist es noch zu früh, die Arbeit des Oberbürgermeisters zu benoten. Anerkennung gibt es für erste hoffnungsvolle Gespräche. Jetzt müssten wichtige Verkehrsprojekte und die Belebung der Bonner Innenstadt angegangen werden.

Bärbel Richter, die Vorsitzende der SPD-Fraktion, kritisiert, dass es Sridharan bei wichtigen Themen wie dem Erhalt des Bonn-Berlin-Gesetzes bisher vor allem bei Ankündigungen belassen habe.

Verbesserungen in der Flüchtlingsarbeit nötig

Ein Zeugnis mit der Note 2

Sridharan gibt sich die Note 2

Sridharan selbst gibt sich für seine bisherige Arbeit die Schulnote zwei. Gerade in der Flüchtlingskrise zeige sich, dass die Verwaltung noch transparenter arbeiten und besser mit den Bürgern kommunizieren müsse.

Das Arbeitspensum für den neuen Oberbürgermeister nimmt auch nach hundert Tagen nicht ab. Zeitgleich mit seiner Bilanz verkündet Ashok Sridharan, dass sein Kämmerer Professor Ludger Sander im Oktober nach 24 Jahren in den Ruhestand geht und sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellen wird. Es ist die dritte Spitzenposition in der Stadtverwaltung die Sridharan in diesem Jahr besetzen muss.

Stand: 27.01.2016, 17:41

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