Die Nase ganz schön weit oben

Mann fährt Hochrad, staunende Gesichter um ihn herum

Der Hochrad-Radler von Elberfeld

Die Nase ganz schön weit oben

Sie hatten schwere Stahlrahmen und den Sattel in schwindelerregender Höhe, und längst scheint diese Sorte Fahrräder ausgestorben. Aber Totgesagte leben länger; also kurvt das Hochrad von Joachim Carlsdotter munter durch Elberfeld.

Auch wenn es halsbrecherisch aussieht - Joachim Carlsdotter hält sein Hochrad für besonders sicher. Vor allem, weil ihn darauf niemand übersieht. Auch die Wuppertaler Steigungen sind für ihn kein Problem, kein Wunder, ist er doch der dienstälteste Fahrrad-Taxifahrer der Stadt. Das Hochrad nimmt er lieber für gemütliche Touren, zum Einkaufen zum Beispiel.

Sattel auf Schulterhöhe

Mann mit Fahrradhelm

Laternenpfahl statt Fahrradständer

"Ursprünglich stammen diese Fahrräder aus Amerika," erzählt er. "Es waren Räder, von denen aus man die Gaslaternen angezündet und gelöscht hat." Es gibt sogar Räder, die viereinhalb Meter hoch sind. Auf sie kann man wirklich nur steigen, wenn man an einer Laterne angelehnt ist. So hoch ist Joachim Carlsdotters Rad nicht, den Sattel hat es ungefähr auf Schulterhöhe.

Einsam auf hohem Rad

Mann mit Helm fährt Hochrad

Abgründig tief: der Fahrradkorb

Und wie kommt man von dem Gefährt wieder runter? Dafür gibt es extra ein Trittbrett am Rahmen. Auch das Abschließen funktioniert trickreich am besten. Man fixiert das Rad möglichst weit oben, damit es nicht umkippt. Wuppertal gibt sich, dank Nordbahn-Trasse, als aufblühende Fahrrad-Stadt. Trotzdem: Auf dem Hochrad ist Joachim Carlsdotter allein auf weiter Piste.

Stand: 26.01.2016, 06:00

Weitere Themen