Großbrand bei "Harry-Brot" in Troisdorf

Eine Fabrrik mit der Aufschrift "Harry" wird von Feuerwehrleuten gelöscht.

Großbrand bei "Harry-Brot" in Troisdorf

Von Christoph Hensgen

Ein Feuer im Werk der Großbäckerei "Harry Brot" in Troisdorf-Spich hat die Produktion in der Fabrik lahm gelegt. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Herstellung von tiefgekühlten Brötchen und Baguette einige Tage lang ruhen wird. "Wir haben die Produktion auf andere auf andere Standorte verlegt", so Karina Alikhan, Sprecherin von "Harry Brot".

Am Nachmittag gaben Brandermittler der Polizei bekannt, dass das Feuer durch einen technischen Defekt an einer Backanlage ausgelöst wurde. Der Brand hat logischerweise nicht nur Folgen für das Unternehmen, sondern auch für viele Konsumenten: Das Werk beliefert zahlreiche Supermärkte und Bäckerei-Filialen im Rheinland. Drei von acht Backstraßen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht noch nicht fest. Unklar ist auch noch die Brand-Ursache.

Brandmelde-Anlage schlägt Alarm

Es war ein Großeinsatz bis tief in die Nacht: 180 Feuerwehrmänner haben in Troisdorf-Spich den Brand im Werk der Großbäckerei "Harry Brot" bekämpft. Am Abend war dort, in einer Produktionshalle, Öl in Brand geraten. Um kurz vor 19 Uhr löst der Brandmelde-Alarm in der Fabrik aus und läuft bei Feuerwehr und Polizei auf. Zunächst gehen die Einsatzkräfte von einer unklaren Rauchentwicklung aus.

Riesige Feuersäule über dem Werk

Als die ersten Löschzüge an der "Belgische Allee 99" eintreffen, steht aber bereits eine riesige Feuersäule über der Produktionshalle. Dichter Rauch und die extreme Hitze machen es beinahe unmöglich, ins Innere vorzudringen. Dort brennt es in einem Ölraum. Der fasst 4.000 Liter – und die stehen in Flammen. Das Öl versorgt die rund 40 Meter langen Backstraßen in der Halle.

Niemand wird verletzt

Alle Mitarbeiter, die sich am Abend in dem Werk befinden, können sich rechtzeitig ins Freie retten – niemand wird verletzt. Aber das Feuer bekommen die Einsatzkräfte zunächst nicht in den Griff. Alle Löschzüge aus dem Troisdorfer Stadtgebiet werden nachalarmiert. Aus Siegburg und Sankt Augustin kommt Unterstützung.

Zwei Drehleitern sind im Einsatz

Eine Fabrrik mit der Aufschrift "Harry" wird von Feuerwehrleuten gelöscht.

180 Feuerwehrmänner versuchen den Brand zu löschen

180 Feuerwehrmänner sind schließlich am Ort. Von zwei Drehleitern aus werden an die Halle angrenzende Hochbehälter sowie das Dach der Halle selbst mit Wasser gekühlt. Dennoch schlagen gegen 20.20 Uhr für kurze Zeit Flammen aus dort heraus. "Eigentlich begrenzt sich der Brand nur auf diesen Ölraum. Aber in der Dach-Konstruktion befinden sich Mineral-Wolle und eine dünne Kunststoff-Folie – und die sind leider sehr leicht entzündlich", erklärt Peter Kern, Sprecher der Troisdorfer Feuerwehr.

Ausbreitung des Feuers verhindert

Dennoch hat die Feuerwehr die Flammen erst nach anderthalb Stunden  unter Kontrolle. Eine Ausbreitung auf weitere Gebäudeteile kann glücklicherweise verhindert werden. "Alle Männer, alle Fahrzeuge, die wir haben, sind hier im Einsatz", sagt Peter Kern.

Schadenshöhe unklar – möglicher Produktion-Ausfall

Eine Fabrrik mit der Aufschrift "Harry" wird von Feuerwehrleuten gelöscht.

Zwei Drehleitern der Feuerwehr sind im Einsatz

Noch kann der Schaden nicht beziffert werden. Es ist aber zu befürchten, dass er sehr hoch ist. Zum einen durch Flammen und Rauch. Zum anderen durch den Produktionsausfall. Drei von acht Backstraßen wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. "Heute sind Experten vor Ort, die das Ausmaß des Schadens begutachten", sagt Karina Alikhan, Sprecherin von "Harry Brot". "Wir hoffen, dass wir heute Abend ein bisschen klüger sind, Experten sind vor Ort, begutachten das Ausmaß des Schadens. Im Moment können wir nicht produzieren, aber wir sind zuversichtlich, dass wir das in wenigen Tagen wieder tun können. Die Brötchen und das Baguette – im Troisdorfer Werk werden ausschließlich Tiefkühl-Backwaren produziert werden vorerst in anderen Standorten hergestellt. In Troisdorf haben wir noch Bestände in unserem großen Tiefkühl-Hochregallager, das nicht durch den Brand und die Löscharbeiten beschädigt wurde. Auch die Verladehalle ist unversehrt – deshalb können wir weiterhin Waren ausliefern und das tun wir auch."

Werk beliefert zahlreiche Bäckerei-Filialen im Rheinland

Das Werk in Troisdorf-Spich ist einer von bundesweit neun Produktionsstandorten in Deutschland. Es gibt bundesweit 45 Vertriebsstellen und knapp 4.100 Mitarbeiter. Täglich beliefert das Unternehmen mehr als 9.000 Geschäfte – viele davon in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrug 2014 gut 920 Millionen Euro. In Troisdorf arbeiten 161 Angestellte – sie werden nach Unternehmensangaben in den nächsten Tagen auch beim Aufräumen und Saubermachen helfen.

Stand: 17.02.2016, 15:00

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