Keine akute Gefahr durch verunreinigtes Löschwasser

Feuerwehrleute stehen nach dem Löschen vor dem Gebäude

Brand in Lüdenscheider Galvanik-Werk

Keine akute Gefahr durch verunreinigtes Löschwasser

  • Großbrand in Lüdenscheider Galvanik-Werk am Freitag (25.12.2015)
  • Chemikalien gelangten über das Löschwasser ins Kanalsystem
  • Keine Gefahr für Kläranlagen

Das Feuer war am Freitagmorgen (25.12.2015) entdeckt worden. Ein Firmengebäude und ein Öltanklager standen in Flammen. Wie die Feuerwehrleitstelle am Freitag mitteilte, waren etwa 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Erst am Mittag hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar. Gearbeitet wurde in der Firma zum Zeitpunkt des Brandes nicht.

Probleme durch Chemikalien

Probleme bereiteten der Polizei vor allem die auf dem Gelände gelagerten Chemikalien. Im Keller der Fabrik lagerten Fässer, die nach den Löscharbeiten bis zum Samstagmittag von der Feuerwehr beobachtet wurden. "Wir hatten eine Brandwache eingerichtet, die die Temperatur der Fässer ständig mit Wärmebildkameras kontrolliert hat", so ein Sprecher der Feuerwehr. Zunächst hatte die Feuerwehr geplant, die Fässer aus dem Keller zu bergen, davon aber wegen Sicherheitsbedenken Abstand genommen.

Neben der Feuerwehr waren auch Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises sowie der zuständigen Umweltbehörde der Bezirksregierung Arnsberg an der Brandstelle. "Alle Messungen waren negativ, von der Luft geht keine Gefahr für die Bevölkerung aus", erklärte Falk Sebening, Dienstgruppenleiter der Feuerwehr-Leitstelle Märkischer Kreis am Freitag dem WDR. Zunächst waren die Anwohner der Fabrik aus Sicherheitsgründen aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ihre Häuser nicht zu verlassen. Ein unmittelbar an die Firma angrenzendes Wohnhaus wurde geräumt.

Rückhaltebecken für Löschwasser

Ein Risiko bestand kurzzeitig durch das abfließende Löschwasser. Das war laut Feuerwehr mit der auf einer Palette gelagerten Chemikalie Natriumdithionit in Kontakt gekommen, sei aber in einem sogenannten Löschwasser-Rückhaltebecken aufgefangen worden. Sahretten Karakuzu von der Unteren Wasserbehörde hatte am Freitagnachmittag vermutet, dass dennoch verunreinigtes Löschwasser in den Kanal gelaufen ist. Das bestätigte die Feuerwehr am Samstag. Die Betreiber der Kläranlagen seien aber rasch informiert worden, so dass keine akute Gefahr für die Anlagen bestanden habe.

Stand: 26.12.2015, 11:17