Großbrand an RWTH Aachen

Feuerwehrleute vor einem brennenden, bereits eingestürzten Gebäude

50 Millionen Euro Schaden

Großbrand an RWTH Aachen

Von Helga Hermanns

Nachdem ein Feuer in der Nacht zu Freitag (05.02.2016) große Teile einer Maschinenhalle der Technischen Hochschule Aachen zerstört hat, werden die dramatischen Folgen für die Forschung deutlich. Dutzende von der Industrie in Auftrag gegebene Forschungsprojekte sind betroffen.

Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag (05.02.2016) erklärte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, seine größte Sorge sei, dass die Hochschule in den wissenschaftlichen Arbeiten jetzt sehr stark gebremst werde. Die Studierenden und die Doktoranden müssten ja in einer bestimmten Zeit fertig werden und Ergebnisse erarbeiten. Dafür müsse eine Lösung gefunden werden. Das gelte auch für die Industriepartner, die Antworten erwarteten.

Feuer zerstört auch Daten

In der völlig zerstörten Halle befanden sich auf rund 6.000 Quadratmetern viele hochwertige Maschinen, die zum Teil von Industrieunternehmen zur Verfügung gestellt wurden. Hinzu kamen Büroräume und Werkstätten. Außerdem, so berichtete die RWTH, wurde ein Teil der IT-Infrastruktur zerstört, so dass möglicherweise die Forschungsergebnisse von Tagen unwiederbringlich verloren gegangen sind. Zur Zeit wird noch geprüft, welche Daten tatsächlich zerstört worden sind.

Millionenwerte in Flammen

Ein Brand in einer Lagerhalle der RWTH Aachen hat in der Nacht große Teile der uni-eigenen Maschinenhalle zerstört. Der Schaden liegt nach Angaben der Universität bei rund 50 Millionen Euro. Der Großeinsatz in Bildern.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen am 05.02.2016 nach einem Großbrand in der Nacht zuvor neben einer eingestürzten Maschinenhalle der Technischen Hochschule Aachen

Am Morgen danach wird das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Teile der 6.000 Quadratmeter großen Halle waren in der Nacht zu Freitag eingestürzt.

Am Morgen danach wird das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Teile der 6.000 Quadratmeter großen Halle waren in der Nacht zu Freitag eingestürzt.

Der Brand war am späten Donnerstagabend (04.02.2016) ausgebrochen. Bis zu 160 Feuerwehrleute waren im Einsatz, konnten aber das so genannte Werkzeugmaschinenlabor nicht retten. In der Halle wurden zum Beispiel Fertigungsmaschinen und Roboterstraßen zerstört. An ihnen forschten bislang 800 Hochschulmitarbeiter, wie sich Produktionsverfahren verbessern lassen.

Laut Feuerwehr behinderte das herabgestürzte Dach die Löscharbeiten. Zudem hatte das Feuer auch leicht brennbare Fette und Öle erfasst. Erst in den Morgenstunden sei das Feuer unter Kontrolle gewesen.

Noch bis Freitagnachmittag waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, immer wieder aufflammende Glutnester zu löschen. Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt.

Die RWTH schätzt den entstandenen Schaden auf rund 50 Millionen Euro. Wie der Brand ausgebrochen ist, war zunächst unklar. Am Freitag konnten die Brandermittler der Polizei noch nicht ihre Arbeit aufnehmen - dazu müssen die Ruinen erst abkühlen.

Wiederaufbau dauert zwei Jahre

Es werde vermutlich bis zu zwei Jahre dauern, bis eine neue Maschinenhalle auf dem Campus-Gelände errichtet sei, schätzt das betroffene Werkzeugmaschinenlabor (WZL). In der Zwischenzeit will man versuchen, Ersatzmaschinen zu beschaffen oder Projekte an die Standorte der Unternehmen auszulagern. "Mit dem Großbrand ist das Herzstück des Instituts getroffen worden", sagte Professor Günther Schuh von der Institutsleitung. Dennoch seien nicht alle Institutsbereiche betroffen, so dass am Dienstag dort die normale Arbeit weitergehen könne.

Großeinsatz der Feuerwehr

Großbrand an der RWTH in Aachen

Feuer zerstörte große Teile des Werkzeugmaschinenlabors

Mit einem Großaufgebot von bis zu 160 Mann hatte die Feuerwehr in Aachen mehrere Stunden gegen den Brand in der Technischen Hochschule gekämpft. "Zwei Einsatzkräfte wurden bei den Löscharbeiten verletzt", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Freitagmorgen (05.02.2016). Aus noch unbekannter Ursache war in der Nacht zum Freitag in einer 6.000 Quadratmeter großen Halle in der Nähe der Uniklinik ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen loderten bis in die frühen Morgenstunden. Teile des Gebäudes stürzten ein und konnten nur von außen gelöscht werden.

Renommiertes Institut

Das Werkzeugmaschinenlabor - kurz WZL - ist eines der ältesten und renommiertesten Institute der Aachener Hochschule. Es wurde vor 110 Jahren gegründet. Dort forschen etwa 800 Mitarbeiter für die Industrie. Ein Sprecher der Hochschule sagte, zu dem materiellen Schaden von geschätzt mindestens 50 Millionen Euro komme noch der Schaden für die Forschung.

Stand: 05.02.2016, 17:00

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