Generalzolldirektion nimmt die Arbeit auf

Neue Bundesoberbehörde für Bonn

Generalzolldirektion nimmt die Arbeit auf

Von Jochen Hilgers

Ungeachtet aller Diskussion wird zum Jahreswechsel die Aufgabenteilung zwischen Berlin und Bonn weiter vorangetrieben. Als neue Bundesoberbehörde in Bonn hat die Generalzolldirektion zum 1. Januar ihre Arbeit aufgenommen. Das gab Finanzminister Wolfgang Schäuble bekannt. In Bonn sorgt das zum Jahreswechsel für Optimismus.

In Bonn werden zunächst 200 Beamte mit ihrer Arbeit beginnen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte dazu, Bonn erhalte eine hochrangige Verwaltungspräsenz mit nationaler und internationaler Aufgabenstellung.

Behörde sorgt für Optimismus

Nach einem Jahr, in dem der Standort Bonn immer wieder auf den Prüfstand gestellt wurde, sorgt die Neugründung der Generalzolldirektion am Rhein für Optimismus. Das helfe Bonn immens, sagt der Bonner SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber. Er sieht sogar in diesem Bereich einen Rutschbahneffekt in Richtung Bonn.

Dienstposten in Ministerien nach Berlin, Bundesbehörden nach Bonn

Die Neugründung der Generalzolldirektion zeigt einen Trend auf, der sich in den vergangenen Jahren bereits manifestierte. Ministeriumsarbeitsplätze gehen nach Berlin. Dafür gehen Bundesbehörden nach Bonn. Vereinfacht dargestellt: Dienstposten mit Gesetzgebungsaufgaben werden nach Berlin verlagert.

Steuerungs- und Organisationsaufgaben werden aus den Ministerien ausgelagert, in Bundesbehörden untergebracht und in Bonn konzentriert. Wie beim Bundesamt für Justiz, meint Ulrich Kelber, der auch Staatssekretär im Bundesjustizministerium ist. Dort sind nach anfänglich 500 Beamten nun rund 1.000 beschäftigt.

Tauschgeschäft ohne Umzugszwang

Im Tausch zur Neugründung der Generalzolldirektion ging die bisher in Bonn ansässige Zoll- und Verbrauchssteuerabteilung des Finanzministeriums nach Berlin. Wer von den Mitarbeitern nicht wechseln wollte, hat Anfang des neuen Jahres bei der Generalzolldirektion seine Arbeit aufgenommen. Rund 100 sollen dies sein, verlautete aus Personalratskreisen.

Stand: 02.01.2016, 10:00