Etappe 2: Von Eckfeld bis Wittlich

Etappe 2: Von Eckfeld bis Wittlich

Bildhauerkurse im AAK 1

Wer noch etwas länger in Eckfeld bleiben möchte, könnte einen Bildhauerkurs bei Michael Hussmann besuchen. In der alten Schule von Eckfeld betreibt er sein Atelier AAK 1. Hier veranstaltet der Künstler seine Kurse. Jeder, der die Arbeit mit Stein lernen will, ob Anfänger/in oder Fortgeschrittene/r, ist hier - natürlich nur auf Anmeldung - willkommen. Das Material ist widerspenstig, da hilft nur Geduld. Das lernen die Teilnehmer des Workshops: nur nicht aufgeben, auch wenn die Ergebnisse manchmal schmal sind. Ein Tag reicht nicht, um die Arbeit fertig zu machen, das wissen alle. Die meisten wollen wiederkommen.

 Michael Bussmann schaut einer Schülerin beim Behauen eines Steines zu

Bildhauerkurs bei Michael Bussmann im AAK 1 von Eckfeld

Abstecher:  Das Vulkanhaus in Strohn

Wer alles über den Vulkanismus in der Eifel erfahren will, der muss nach Strohn und in das Museum Vulkanhaus. Die Ausstellung spricht alle Sinne an: tasten, sehen, hören, riechen. So wird Erdgeschichte lebendig.

Irene Sartoris und Tamina Kallert stehen vor einer risigen Vulkanbombe

Irene Sartoris, die Museumsleiterin des Strohner Vulkanhauses und Expertin für Vulkanismus in der Eifel, zeigt Tamina Kallert die Vulkanbomben.

Chefin des Hauses ist Irene Sartoris. Sie weiß alles über den Vulkanismus rund um Strohn, auch über die Lavabomben und deren Entstehung. Man kann sich bei ihr zu einer Wanderung zu den vulkanischen Besonderheiten anmelden. Tamina Kallert zeigt sie die größte Lavabombe der Vulkaneifel, die in Strohn zu sehen ist, entstanden durch eine Art Schneeballeffekt. 120 Tonnen schwer und 6 Meter im Durchmesser. Aber auch eine echte Fluglavabombe ist hier zu bewundern.

Abstecher: Die Manderscheider Burgen

Dieser Abstecher vom gemütlichen Maare-Mosel-Radweg hat es in sich. Der Weg nach Manderscheid führt immer bergauf. Am Fuß der Burgen muss man das Fahrrad abstellen, hier kommt man nur zu Fuß weiter. Zusammen mit Reimund Schmitz kann man die Burgen erkunden. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert. Graf Dietrich herrschte hier im 15. Jahrhundert. Reimund Schmitz schlüpft in die Rolle des Grafen von Manderscheid, führt Gruppen auf die Oberburg und lässt ritterliches Leben lebendig werden.

Reimund Schmitz in historischer Tracht liest aus einer Schriftrolle

Reimund Schmitz alias Graf Dietrich von Manderscheid bei einer historischen Führung

Von Tunneln und Fledermäusen

Auf der Strecke des Maare-Mosel-Radwegs gibt es vier ehemalige Bahntunnel. Am alten Pleiner Bahnhof trifft Tamina Kallert Markus Thies. Er ist der Experte für die dunklen Abschnitte des Maare-Mosel-Radwegs: für die Tunnel und ihre Bewohner - die Fledermäuse. Der Pleiner Tunnel ist 585 Meter lang, der längste auf der Strecke. Fledermausnistkästen hängen in einem Raum, der von der Decke des Tunnels abgehängt wurde. Leider haben die beiden kein Glück, alle Nistkästen sind leer. Auch wenn hier eigentlich die Mausohr-Fledermäuse zu finden sein sollten. Für die Radfahrer auf dem Weg gibt es allerdings ausführliche Informationstafeln über die kleinen Mausohren. Und in der Regel halten sie sich im Frühjahr dann auch in den Tunneln auf.

Tamina Kallert und ein Mann mit Stirnlampen in einem Tunnel

Mit dem Fledermausexperten sucht Tamina Kallert im Tunnel von Plein nach Fledermäusen.

Abstecher:  Zum Eifeldichter Peter Zirbes nach Niederkail

Das ehemalige Wohnhaus des Dichters Peter Zirbes in Niederkail ist diesen Abstecher unbedingt wert. Es ist heute ein kleines, liebevoll geführtes Museum, das Einblick gibt in das bescheidene Leben in der Eifel im 19. Jahrhundert. Oskar Lautwein ist einer derjenigen, die sich um das Erbe des Dichters kümmern, und er bringt uns Leben und Werk dieses besonderen Heimatdichters näher.

Oskar Lautwein steht mit einem Regenschirm vor dem Dichterhäuschen

Oskar Lautwein kümmert sich um das Haus des reisenden Händlers und Eifeldichters Peter Zirbes.

Es ist ein Beispiel für das Schicksal begabter Eifeler in bitterarmen Zeiten. Peter Zirbes wurde 1825 als Kind fahrender Händler geboren, auch er war selbst als Händler unterwegs. Von Niederkail aus zogen viele reisende Händler los. Sie waren monatelang unterwegs. Auf den Reisen schrieb Zirbes seine ersten Gedichte. Die Schule besuchte Zirbes nur im Winter. Als junger Mann erntete er Spott und Häme für seine Dichtung. Erst spät erfuhr er eine bescheidene Anerkennung in seinem Heimatort.

Blick in einen Raum mit historischen Möbeln

Das Museum Peter-Zirbes-Haus in Niederkail

Übernachten in einem Händlerwagen

In Landscheid kann wer mag günstig in einem ehemaligen Händlerwagen übernachten. Eine sehr einfache und gemütliche Unterkunft am Radweg. Ein Bad gibt es im Händlerwagen nicht. Wie bei einem Campingurlaub stehen Duschgelegenheiten in einem nahegelegenen Gebäude zur Verfügung. Wer lieber in einer Pension oder einem Hotel übernachtet, findet natürlich auch in Wittlich Unterkunft.

Ein Planwagen mit außen angehängten Schüsseln und Töpfen

Urig - Übernachten in einem Händlerwagen

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Ulrike Bartels

Stand: 20.03.2016, 20:15