Tag 1: Von Lloret de Mar bis nach Begur

Tag 1: Von Lloret de Mar bis nach Begur

Die Vies Braves - geführte Schwimmspaziergänge

Die erste Überraschung: Die Schönheit der Costa Brava kann man schwimmend vom Wasser aus entdecken. Das ist die Idee des weltweit einmaligen Projektes „Vies Braves“, übersetzt heißt das die „wilden Wege“. Entlang der gesamten Küste gibt es mit Bojen abgesteckte Strecken, Meereswanderrouten sozusagen. Zehn gesicherte „Vies Braves“ gibt es bisher, in den nächsten Jahren sollen es noch mehr werden. Die Strecken sind maximal zwei Kilometer lang.

Mehrere Schwimmer schwimmen im Meer vor felsiger Küste

Ein besonderer Tipp: die Küste auf geführten Schwimmspaziergängen erleben.

Man verabredet sich im Internet auf der Seite der „Vies Braves“ zum gemeinsamen Schwimmspaziergang. Das kann jeder machen, in der Saison gibt es auch feste Termine. Geschwommen wird immer in der Gruppe, ein wichtiger Aspekt beim sicheren Schwimmen im offenen Meer. Andrea Grießmann schwimmt von Platja de Fenals zum Playa de Santa Cristina - ganz in der Nähe von Lloret de Mar.

Unterwasseraufnahme der im Neoprenanzug schwimmenden Andrea Grießmann

Andrea Grießmann ist eine leidenschaftliche Schwimmerin

Der Camí de Ronda  - Wanderweg der Extraklasse

Wer auf dem rund 200 Kilometer langen Küstenwanderweg Camí de Ronda unterwegs ist, erlebt, wie ursprünglich die Costa Brava auch sein kann: einsame Buchten, verträumte Dörfer, hinter jeder Ecke tolle Aussichten auf die zerklüftete Küste und das türkisblaue Mittelmeer. Der Camí de Ronda - auch GR 92 genannt - ist ein historischer Küstenpfad. Früher nutzten ihn die Fischer, um von Dorf zu Dorf zu gelangen. Später patrouillierte der Küstenschutz auf dem Weg, um den Schmuggel an der Küste zu unterbinden. Nachdem der Weg über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war, ist er in den letzten Jahren wieder hergestellt und gepflegt worden und befindet sich in einem sehr guten Zustand. Es gibt verschiedene Anbieter, die mehrtägige Wanderungen organisieren, auf Wunsch auch mit Übernachtung und Gepäcktransport.

Andrea Grießmann (l) und zwei weitere Frauen wandern auf einem befestigten Weg, im Hintergrund ein Torbogen

Andrea Grießmann (l) mit Reisebloggerin Nicole Biernés und Marta Moreno auf dem Camí de Ronda

Sterneküche am Strand

Andrea Grießmann ist mit zwei Einheimischen auf dem besonders schönen Abschnitt des Camí de Ronda rund um Calella de Palafrugell unterwegs. Ihre Begleiterinnen laden Sie zu einem Essen am Strand ein. Hier kocht Quim Casellas für Familie und Freunde in einer einfachen Fischerhütte ein typisches Gericht der Costa Brava: suquet de peix, ein deftiger Reiseintopf mit Fisch. Quim hat in dem kleinen Küstenort Llafranc ein Restaurant, seit 2011 kocht er mit einem Michelin-Stern. Er gehört zu den jungen katalanischen Köchen, die wegen ihrer Kreativität weit über Spanien hinaus bekannt sind. In den einfachen Hütten, den so genannten „barracas“, zu kochen, hat Tradition an der Costa Brava: Früher trafen sich die Arbeiter hier, jeder brachte was mit, es wurde gekocht, getrunken und gesungen. Für uns singt Josep Bastons, ein berühmter Havaneras-Komponist an der Costa Brava. Havaneras sind Lieder, die die Auswanderer, die sogenannten Indianos, im 19. Jahrhundert aus Kuba mit zurück in ihre Heimat brachten. Bis heute sind die alten Seemannslieder ein wichtiger Bestandteil der katalanischen Kultur.

Andrea Grießmann im Kreise weiterer Personen bei einem Mahl an einem Tisch am Strand

Essen mit Freunden am Strand hat hier Tradition.

Ein Hauch von Kuba

Seit 50 Jahren findet jedes erste Juliwochenende die Cantanda d’Havaneres in Calella de Palafrugell statt, ein besonderes Fest zu Ehren der Havaneras. Zu diesem Anlass füllt sich das bilderbuchschöne, ehemalige Fischerdorf bis in den letzten Winkel. In der Bucht ist auf dem Wasser die Bühne aufgebaut, wo abends verschiedene Havanerasgruppen auftreten. Die Zuschauer verfolgen das Ganze von eigens aufgebauten Tribünen, vom Strand oder von Booten aus. Die Lieder handeln von Liebe, Sehnsucht und dem Meer und werden auf Spanisch oder Katalanisch gesungen. Wir haben die Gruppe „Port Bo“ begleitet, eine der besten Gruppen aus der Gegend. Nach dem Ende des offiziellen Programms wird in den Kneipen weiter gefeiert. Ein sehr authentisches, katalanisches Fest.

Zuschauer auf einer Tribüne vor Stadthäusern winken mit weißen Tüchern

Beeindruckendes Ambiente auf dem Havanerasfest in Calella de Palafrugell. Beim letzten Lied winken alle Zuschauer mit weißen Taschentüchern.

Begur - ein Örtchen mit kubanischer Vergangenheit

Für ihre erste Übernachtung wählt Andrea Grießmann Begur an der mittleren Costa Brava. Der Ort liegt auf einem Hügel, wenige Kilometer vom Meer entfernt. Das Besondere sind die vielen sogenannten „Casas Indianos“, ein weiteres Relikt aus der Zeit der Auswanderer und Rückkehrer. Die Männer, die im 19 Jahrhundert auf Kuba ihr Glück gemacht hatten, wollten nach der Rückkehr ihren Reichtum zur Schau stellen und bauten herrschaftliche Villen im kubanischen Stil. Viele davon sind restauriert worden, einige werden als Restaurant oder Hotel genutzt. Andrea Grießmann übernachtet im „Aiguaclara“ am Rande des historischen Zentrums von Begur.

Ort mit ziegelgedeckten Häusern rund um einen Hügel mit Felskuppe

Begur ist ein guter Standort für den Costa Brava-Urlaub.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Carolin Wagner

Stand: 19.03.2017, 20:15