Unsere Geheimtipps in Barcelona

Unsere Geheimtipps in Barcelona

Perle des katalanischen Jugendstils - Hospital de la Santa Creu i de Sant Pau

Neben Antoni Gaudì ist Lluís Demènech i Montaner der zweite bedeutende Architekt des Modernisme, der katalanischen Variante des Jugendstils. Er baute unter anderem das ungewöhnliche Stadtkrankenhaus Hospital de la Santa Creu i de Sant Pau zwischen 1902 und 1912. Dreissig Pavillons, die über ein unterirdisches Tunnelsystem miteinander verbunden sind, stehen in einer parkähnlichen Anlage. Jeder beherbergte einst eine andere medizinische Fachrichtung. Dem Bau liegt die Überzeugung zugrunde, dass Patienten in freundlicher und schöner Umgebung schneller genesen. Kunstvolle Verzierungen, prachtvolle Fresken und surreale Figuren schmücken die Gebäude innen und außen. Auch der umgebende Garten mit duftenden Heilpflanzen war Teil des therapeutischen Konzepts. Das Krankenhaus liegt keine 500 Meter von der Sagrada Familia entfernt. 1997 wurde es in das UNSECO Welterbe aufgenommen. Einer der wenigen Orte in Barcelona, der noch nicht von Touristenmassen überschwemmt ist.

Blick von einem Kirchturm auf einen Platz mit umliegenden Jugendstilbauten

Der Krankenhauskomplex ist wie eine Stadt in der Stadt.

Food- und Designmarkt „Palo Alto“

Der Palo Alto Markt ist ein anspruchsvoller Straßenmarkt, der jedes erste Wochenende im Monat auf dem Gelände einer ehemaligen Lederfabrik stattfindet. Man findet Stände mit Street-Food, Design- und Modeartikeln, Schmuck und Möbeln. Hier präsentiert sich das kreative Barcelona. Es finden Konzerte und Workshops statt. Das grüne Gelände gehört dem bekannten Designer Javier Marsical, Schöpfer des Olympia-Maskottchens Kobi. In Zeiten der Wirtschaftskrise wollte er dem Design-Nachwuchs der Stadt eine Möglichkeit geben, seine Produkte auszustellen. Das Palo Alto Gelände liegt im Stadtteil Poblenou, ein ehemaliges Industriegebiet. Jüngstes Wahrzeichen des Viertels ist der Büroturm „Torre Agbar“ des Architekten Jean Novel. Der Palo Alto Markt ist inzwischen so beliebt, dass sich vor dem Eingang eine Schlange bildet.

Paula Mariscal und Andrea Grießmann betrachten ein Kleid

Paula Mariscal (r) zeigt Andrea Grießmann die witzigsten Stände auf dem Palo Alto Markt.

Hoch hinaus - die katalanischen Menschentürme

In Barcelona werden Menschentürme gebaut. Das ist Tradition. Man sieht sie auf Patronats- oder Stadtteilfesten, die sogenannten Castells, was übersetzt so viel wie Burg heißt. Bei großen Castells sind es mehrere Hundert Menschen, die an der Menschenpyramide beteiligt sind. Nach einem bestimmten System bilden unten viele Menschen das Fundament, das dem Turm die Stabilität gibt und einen großen Teil der Last trägt. Dann kommen einzelne Ringe, die den Stamm bilden und schließlich die Krone, die aus Mädchen und - ganz oben - aus Kindern besteht. Der Rekord liegt bei neun Etagen. Seit 2010 sind die katalanischen Menschentürme immaterielles UNESCO Weltkulturerbe. Sie sind Symbol für die eigenständige Kultur und Identität Kataloniens.

Viele Menschen bilden inmitten einer großen Zuschauermenge einen Turm

Beim Aufbau eines Menschenturmes zuzuschauen, ist ein ergreifendes Erlebnis.

Ein Sonntagsritual - Sardana tanzen vor dem Dom

Jeden Sonntagmorgen wird auf der Plaza vor der Kathedrale „La Seu“ Sardana getanzt, der traditionelle Tanz Kataloniens. Ein Kreistanz mit zwar nur zwei Schrittfolgen, die es aber in sich haben. Meistens gibt es im Inneren des Kreises jemand, der die Schrittfolgen und Handbewegungen vorgibt. Typisch ist ein schneller Schrittwechsel, der mit einem kleinen Hüpfer ausgeführt wird. Jeder kann mittanzen. Hat ein Kreis eine bestimmte Größe erreicht, bildet sich ein neuer. Eine Kapelle mit traditionellen Folkloreinstrumenten wie der katalanischen Klarinette spielt die Musik dazu. Die Sardana ist eine ernste Angelegenheit, ist der Tanz doch Symbol katalanischer Einheit und Identität. Unter dem Franco-Regime war es den Katalanen verboten, diese Kultur auszuleben. Deswegen hat die Sardana heute eine noch größere Bedeutung als früher.

Andrea Grießmann tanzt in einer Menschenkette

Andrea Grießmann ist beim Sardana tanzen mit von der Partie.

Noches Mágicas in der Casa Battló

Die Casa Battló, ein weiteres Gebäude von Gaudì, ist sicherlich kein Geheimtipp. Weniger bekannt ist aber, dass man den Besuch des Museums mit einem Konzert auf der traumhaften Dachterrasse verbinden kann. In den Sommermonaten treten wechselnde Künstler auf; es gibt einen Begrüßungsdrink und Tapas. Eine tolle Möglichkeit, das nächtliche Barcelona zu genießen.

Sängerin mit Mikrofon auf einer Bühne

Souliges Konzert auf der Dachterrasse der Casa Battló

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Carolin Wagner

Stand: 17.04.2016, 20:15