Lebenslüge einer Künstlerin: Rosemarie Koczÿ

Lebenslüge einer Künstlerin: Rosemarie Koczÿ

Der Schrecken des Holocaust spielt in ihrem Werk eine herausragende Rolle. Davon zeugen die Bilder und Skulpturen, die noch bis zum 19. November in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen sind. Im Zentrum der Ausstellung stehen Tuschzeichnungen aus dem Zyklus "Ich webe Euch ein Leichentuch", mit dem Rosemarie Koczÿ an die Opfer der Shoah erinnert und in dem sich – so hatte es viele Jahre den Anschein – ihre eigene Lebensgeschichte spiegelt. 1939 in Recklinghausen geboren, hatte sie sich als Jüdin und KZ-Überlebende ausgegeben.

Jetzt haben die Ausstellungsmacher umfangreiches Recherchematerial veröffentlicht, dass die autobiografischen Angaben als Lüge entlarvt. Zehn Jahre nach Rosemarie Koczÿs Tod in den USA lässt sich die Tragik ihres Lebens nur erahnen. Welche Folgen die Enthüllung für die Bewertung ihrer Werke hat, die auch im Guggenheim-Museum in New York und in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hängen, wird zu klären sein. Westart fragt nach.  

Autorin: Anke Rebbert

Stand: 10.11.2017, 21:38