Wem gehören Wald und Land in NRW?

Wem gehören Wald und Land in NRW?

Von Anja Booth

Zwei Drittel der Fläche von Nordrhein Westfalen sind in privater Hand. Wald und Land sind begehrte Anlageobjekte und die Natur hat ihren Preis. Wir zeigen, wem Wald und Land in NRW gehören.

Der Wald

Nordrhein-Westfalen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern eher Waldarm. Nur ein Viertel unserer Landesfläche besteht aus Wald. Die waldreichsten Regionen in Nordrhein-Westfalen sind: die Eifel, das Sauerland und das Weserbergland. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist mit 71 Prozent Wald nicht nur Spitzenreiter in NRW sondern auch der waldreichste Kreis Deutschlands.

Nordrhein-Westfalen ist das Privatwaldland! 64,8 Prozent Wald sind in privatem Eigentum. Kein anderes Bundesland hat mehr Wald in privater Hand. 150.000 Menschen gehört in Nordrhein Westfalen ein Stück Wald.

Grafik Waldaufteilung in NRW

Fast Zweidrittel des Waldes in NRW sind in Privatbesitz - so viel wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Die Familie Sayn-Wittgenstein auf Schloss Berleburg ist mit über 13 Hektar Wald der größte Privatwaldbesitzer Nordrhein-Westfalens. Seit über achthundert Jahren ist der Wald im Besitz der Familie und gleichzeitig die Haupteinnahmequelle der Sayn-Wittgensteins. Wald ist wertvoll: Pro gefällter Fichte bekommt die Familie etwa 160 bis 170 Euro.

Auch Wald in Privateigentum muss für die Allgemeint frei zugänglich sein. Zäune sind nicht erlaubt. Wer mehr als 75 Hektar Wald besitzt, hat übrigens auch das Jagdrecht. Nur 12 Prozent des Waldes in Nordrhein-Westfalen sind im Eigentum des Landes. Dazu gehörten sogeannte Naturwaldzellen, in denen man beobachten kann, was passiert, wenn man den Wald sich selbst überlässt. Naturwaldzellen darf man nicht betreten.

Das Ackerland

In Nordrhein-Westfalen dominiert die Landwirtschaft. Die Hälfte unseres Landes wird landwirtschaftlich genutzt. Das Münsterland hat mit den Kreisen Borken, Coesfeld und Warendorf den höchsten Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bodenpreise verdoppelt. Ein Trend, der vielen Landwirten sehr zu schaffen macht. Die Landwirtschaftskammer geht davon aus, dass sich die Zahl der Großbetriebe in Nordrhein-Westfalen in den kommenden vier Jahren verdoppeln wird. Täglich werden in Nordrhein-Westfalen zehn Hektar Ackerland zu Bauland – das sind 20 Fußballfelder pro Tag.

Die evangelische und die katholische Kirche sind in Nordrhein-Westfalen nach dem Staat der größte Grundbesitzer. In Deutschland gehören beiden Kirchen zusammen etwa 830.000 Hektar. Das ist etwa die Größe des Saarlandes. Genaue Zahlen für einzelne Bundesländer sind nicht bekannt. Allein das Bistum Paderborn - mit 4,2 Milliarden Vermögen reichstes Bistum Nordrhein-Westfalens - schätzt seinen Grundbesitz auf 11.000 Hektar.

Das Wasser

NRW ist ein wasserreiches Land: 50.000 Kilometer Flüsse und Bäche, 2500 Seen prägen das Landschaftsbild. Die wasserreichsten Kreise sind Recklinghausen, Kleve und der Kreis Wesel. Spitzenreiter ist Monheim am Rhein mit 13 Prozent Wasserfläche.

Grafik Flüsse in NRW

50.000 Kilometer Flüsse und Bäche fließen durch Nordrhein-Westfalen.

Nordrhein-Westfalen ist Binnenschifffahrtsland Nummer eins. Der Rhein ist nur zweilängster Fluss in NRW. Mit 215 Kilometern ist die Lippe der längste Fluss in unserem Bundesland.

Der größte See in Nordrhein-Westfalen ist die Möhnesee-Talsperre. Nur sehr wenige Seen in unserem Bundesland gehören Privatpersonen. Das Wasser selbst gehört dem Eigentümer eines Sees nicht, dafür muss immer eine wasserrechtliche Erlaubnis eingeholt werden.

Nordrhein-Westfalen ist Mineralwasserland. In keinem anderen Bundeland gibt es so viele Quellen: 142 Mineralwasserquellen. Doch das Wasser unter der Erde, ob Grundwasser oder Mineralwasser gehört niemandem. Mineralwasserunternehmen können sich lediglich das Nutzungsrecht des Wassers für eine Laufzeit von 30 Jahren erkaufen. Dabei wird dann der sogenannte Wassercent fällig: Fünf Cent pro Kubikmeter entnommenem Wasser.

Stand: 12.04.2017, 21:00