Schnitzel in der Wüste - Deutsche in Marokko

Schnitzel in der Wüste - Deutsche in Marokko

Über 3.000 Kilometer weit rollen viele deutsche Rentner in ihren Wohnmobilen im Winter Richtung Süden. Ihr Ziel: Nordafrika! Marokko ist eines der beliebtesten Länder. Ihre Gefährte sind oft so teuer, dass sie sich eigentlich auch ein Luxushotel leisten könnten. Aber sie wollen ihre Heimat mit in die Sonne nehmen, ihr Federbett, ihr Essen, Klöße, Leberwurst und Schnitzel.

Obwohl es in Marokko in den vergangenen Jahren keinen Terroranschlag gegeben hat, gingen auch hier die Zahlen von deutschen Urlaubern zurück. Für viele Rentner ist die arabische Welt wohl zu gefährlich geworden, sodass sie sich lieber andere Ziele in Spanien oder Italien suchen. Zurück bleibt nur ein harter Kern Deutscher, die sich ihren Winter in Marokko nicht nehmen lassen.

Reiner Rheinfeld und Siggi Seibod überwintern schon seit vielen Jahren in Marokko.

Reiner Rheinfeld und Siggi Seibod überwintern schon seit vielen Jahren in Marokko.


Nördlich von Agadir liegt der Campingplatz namens Atlantica Parc, einer der modernsten und größten Plätze im ganzen Land. Die Camper gestalten hier ihr Leben à la Deutschland. Die meisten buchen seit Jahren auf dem gleichen Stellplatz, im sog. "Deutschen Eck". So verbringen beispielsweise Brigitte und Peter Traeder aus Bottrop-Kirchhellen schon seit 12 Jahren ihre Winter an Marokkos sonniger Atlantikküste.

Die Wassertemperatur des Atlantiks ist auch im Winter noch angenehm.

Die Wassertemperatur des Atlantiks ist auch im Winter noch angenehm.



Am stärksten vertreten auf Atlantica Parc sind jedoch die Franzosen. Ein kultureller Austausch findet aber nur selten statt, jeder bleibt lieber unter sich. Doch man ist tolerant, erzählt Reiner Rheinfeld aus Düsseldorf: "Wenn man einen trifft, ist es toll, wenn man zwei trifft, ist es super, und wenn man drei trifft, eine Katastrophe.''

Eine Reportage von Michael Höft

Redaktion: Heribert Roth

Stand: 07.03.2017, 11:35