Landraub in Russland - Kleine Bauern gegen Agrar-Riesen

Landraub in Russland - Kleine Bauern gegen Agrar-Riesen

In Süd-Russland stehlen Agrar-Riesen einfachen Bauern Land und Ernte. Mal brutal, mal mit juristischen Tricks. Fakt ist: In der Region Krasnodar findet ein regelrechter Raubzug statt. Und die Polizei guckt zu. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Bauer Juri Massenko (l) ist sauer. 60 Hektar Gerste wurden ihm geraubt, sagt er.

Bauer Juri Massenko (l) ist sauer. 60 Hektar Gerste wurden ihm geraubt, sagt er.



Die Agrar-Holdings spielen mit harten Bandagen: Sie machen kleinen Bauernbetrieben einfach die Ernte streitig und stehlen sie gewaltsam. Ehemalige Kolchosen werden gezielt in den Konkurs getrieben und dann übernommen. Und wo das nicht gelingt, sind erschlichene Pachtverträge ein anderer Weg, um einfache Bauern um ihr Land zu prellen. Präsident Putin hat eine Regierungs-Kommission in den Bezirk geschickt, um den Vorwürfen nachzugehen. Doch die kleinen Bauern erwarten keine Hilfe, denn: Der russische Agrarminister selbst gehört zu den größten Landbesitzern der Region.

Sicherheitsdienst eines großen Agrar-Konzerns blockiert die Ernte von Bauer Juri Massenko.

Sicherheitsdienst eines großen Agrar-Konzerns blockiert die Ernte von Bauer Juri Massenko.



"WDR Weltweit"-Reporter Udo Lielischkies erlebt mit, wie die Polizei bei diesen Machenschaften hilflos zusieht, denn sie geschehen im Zusammenspiel mit Richtern, Staatsanwälten und Regional-Politikern. Sie stehen aus verschiedensten Gründen auf Seiten der Agro-Konzerne. Einige Bauern wehren sich. Und kämpfen einen schier aussichtslosen Kampf.

Eine WELTWEIT-Reportage von Udo Lielischkies

Redaktion: Birand Bingül

Stand: 04.04.2017, 10:50