Wählt mich! - Wie Parteien um Stimmen werben

Wählt mich! - Wie Parteien um Stimmen werben

Am 24. September ist es wieder so weit: Der 19. Deutsche Bundestag wird gewählt. Wieder einmal werden die Spitzenkandidaten durchs Land reisen, werden die Parteien ihre Plakate kleben und in den Fußgängerzonen Luftballons, Fähnchen und Kugelschreiber verteilen.

Wahlplakat der CDU zur Bundestagswahl 1976

Ein Kampf mit Fäusten: Wahlplakat der CDU zur Bundestagswahl 1976.

Und schon jetzt zeigt sich, wie wichtig er ist - der Wahlkampf. Mit welchem Spruch kommt der Kandidat beim Bürger an? Welche Themen werden genannt? Was wollen die Wähler? Die Dokumentation "Wählt mich - Wie Parteien um Stimmen werben" zeigt die Kandidaten von 1949 bis heute. Erinnert an witzige Wahlspots und lässt ehemalige Politiker ihre Gefühle bei den damaligen Wahlkämpfen erzählen.

Kanzlerkandidaten und ihre Wahlparolen

Ob Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder oder Angela Merkel, seit Jahrzehnten sind die Kanzlerkandidaten und ihre Wahlversprechen Teil ausgeklügelter Kampagnen: ein Produkt, das erfolgreich dem Wähler verkauft werden soll.

SPD Wahlwerbung 1972

"Willy wählen": SPD Wahlwerbung 1972.

"Keine Experimente", "Willy wählen", "Kanzler für Deutschland" - anhand der Slogans lässt sich die jeweilige politische Gemütslage der Deutschen ablesen. Denn Wahlkampagnen sagen immer auch etwas aus darüber, was die Bevölkerung umtreibt, was sie hofft, fürchtet, ratlos macht.

Durch die Geschichte der Bundestagswahl

Heute entwickeln hoch bezahlte Werbeagenturen die Kampagnen. Sie stilisieren gesellschaftliche Konflikte zu Schicksalsfragen hoch, bauen die Kandidaten systematisch zu "Machern" und "Gewinnertypen" auf.
Doch zimperlich sind die Politiker mit dem politischen Gegner nie umgegangen: Im ersten Bundestagswahlkampf 1949 beschimpften sich Konrad Adenauer und der SPD-Chef Kurt Schumacher gegenseitig als "Lügenauer" und "Rattenfänger". Und in den TV-Debatten der siebziger Jahre warfen sich Helmut Schmidt und Franz-Josef Strauß gegenseitig vor, das politische Klima im Wahlkampf vorsätzlich zu vergiften.

In der Dokumentation erzählen Politiker wie Norbert Blüm, Gerhart Baum, Antje Vollmer und Gregor Gysi von ihren persönlichen Erfahrungen während der Wahlkämpfe. Daneben geben Wahlkampfstrategen Einblick in ihre Arbeit. "Wählt mich - Wie Parteien um Stimmen werben" nimmt uns anlässlich der Bundestagswahl 2017 mit auf eine bunte und rasante Fahrt durch fast siebzig Jahre bundesrepublikanischer Geschichte - von den skurrilen Zeichentrickfilmen der 1950er Jahre bis zur Werbung auf Facebook und Twitter.

Ein Film von Carsten Günther
Redaktion: Barbara Schmitz

Stand: 31.07.2017, 21:43

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