Sigmund Jähn - Der erste Deutsche im All

Sigmund Jähn - Der erste Deutsche im All

Ein Deutscher, der Raumfahrtgeschichte geschrieben hat: Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All. Jeder kannte seinen Namen, vor allem im Osten Deutschlands. Man war stolz auf den Generalmajor der DDR, geadelt sogar von Leonid Breschnew als "Held der Sowjetunion".

Portrait von ehem. Astronauten Sigmund Jähn

Austronaut auf Lebenszeit: Das Leben von Sigmund Jähn wird bis heute von der Raumfahrt geprägt.

Als Held hat er sich allerdings nie gesehen, Jähn ist bescheiden geblieben: "Was braucht es einen Helden, wenn du festgeschnallt in einer Rakete sitzt und das Ding mit dir einfach losknallt?" Und als während des Kopplungsmanövers von Sojus 31 mit der Raumstation Salut 6 die Schleusentür versagte, hörte man nur ein Lachen im Kontrollzentrum.

Die Kosmonauten kurz vor dem Start

Auf ins All: Die Kosmonauten kurz vor dem Start im Weltraumbahnhof Baikonur.

Niemand überstand die Trainings-Torturen in der Zentrifuge so folgenlos wie Jähn. Und wenn eine havarierte MiG 21 nach der Reparatur auf den ersten Probeflug ging, saß Jähn im Cockpit.

Der Elite-Soldat

Der erfolgreiche Jagdflieger wurde 1976 zum Kosmonauten ausgebildet und zwei Jahre später war es dann so weit: Am 26. August 1978 ist Sigmund Jähn zusammen mit Waleri Bykowski in einer Sojus-Rakete zur sowjetischen Raumstation gestartet. Fast acht Tage blieb er im All und führte zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Dabei hat er mehr als einhundert Mal die Erde umkreist.

Sigmund Jähn (r.) und Waleri Bykovsky nach der Landung mit der Sojus 31.

Zurück auf der Erde: Sigmund Jähn (r.) und Waleri Bykovsky nach der Landung mit der Sojus 31.

In der DDR wird er seitdem gefeiert und verehrt. Schulen und Straßen sind nach dem 1937 im vogtländischen Rautenkranz geborenen Kosmonauten benannt worden.

Einfühlsames Portrait

Das Porträt "Sigmund Jähn - Der erste Deutsche im All" anlässlich seines 80. Geburtstages liefert nicht nur eine spannende Chronologie zum Interkosmos-Flug vor 40 Jahren, sondern erzählt auch die Geschichte des Menschen und Familienvaters Sigmund Jähn. Dabei zieht er Bilanz und spricht über Wahrheiten und Irrtümer seines Lebens. Jähn blickt zurück auf seine arme und doch reiche Kindheit, beschreibt die härtesten wie faszinierendsten Momente seiner Pilotenlaufbahn und erzählt über seine Eltern, Ehefrau Erika, seine zwei Töchter und die Enkelkinder.

Ein Film von René Römer
Redaktion: Christiane Mausbach

Schwerpunkt bei WDR.DOK: Die 70er

Der WDR sendet den Film in der Reihe "Die 70er". Zehn Wochen lang rückt WDR.DOK Ereignisse und Menschen in den Fokus, die Deutschland und die Welt in den 70er Jahren gesellschaftspolitisch bewegt haben. Immer mittwochs ab 23:25 Uhr vom 16.8. bis zum 18.10.2017.

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