Money in Minutes – Das große Geschäft mit dem internationalen Geldtransfer

Ein Mann steht auf der Straße und hält seinen Pass in die Kamera; im Hintergrund ein Money-Transfers-Geschäft

Money in Minutes – Das große Geschäft mit dem internationalen Geldtransfer

Der Geldtransfer-Markt boomt. Immer mehr Unternehmen wie Western Union und MoneyGram werden gegründet, um blitzschnell und kostengünstig Geld ins Ausland zu überweisen. Vor allem Migranten nutzen diesen Service, um ihren hart erarbeiteten Lohn an ihre Familien im Heimatland zu schicken.

Eine Ladenzeile mit Schildern, darunter "Moneytransfer"

Geldtransfershops in Miami, Florida: wo viele Migranten leben, profitieren die Geldtransferunternehmen.

Das Prinzip von Geldtransfers ist simpel: In den USA, in Europa oder auf der arabischen Halbinsel wird Geld eingezahlt und kann binnen weniger Minuten in den Empfängerländern in Lateinamerika, Afrika oder Asien abgeholt werden. Schätzungen der Weltbank zufolge kursieren auf diese Weise 420 Milliarden Dollar jährlich.

Geldtransfers – Ein lukrativer Markt

Es geht um das hart verdiente Geld von rund 200 Millionen Menschen, die ihre Heimatländer verlassen haben, um die Familien zuhause ernähren zu können.

Ein Mann steht in der Halle einer Textilfabrik und schaut in die Kamera

Er schickt fast sein gesamtes Einkommen an seine Eltern nach China: Arbeiter Li Zhong Cai an seiner Arbeitsstelle in einer Textilfabrik in Prato, Italien.

Wir treffen einen Chinesen, der in der italienischen Stadt Prato in Fabriken chinesischer Besitzer Kleider mit "Made in Italy" bestickt; und einen Honduraner, der seit Jahren auf Floridas Baustellen schuftet und auf seine Papiere wartet.

Das Geschäft mit den Arbeitsmigranten

Ihre Geldsendungen sind lukrative Geschäftsgrundlage der Transferfirmen, die nicht nur von Gebühren, sondern auch von horrenden Wechselkursgewinnen leben. Die Dokumentation beschreibt am Beispiel eines zunehmend fragmentierten Marktes Strategien und Logistik einer Industrie, die Migration als ökonomische Ressource nutzt und gleichzeitig deren finanzielle Infrastruktur bildet.

Orlandi Valuta im Interview

Orlandi Valuta im Interview: der Gründer von "Orlandi Valuta", der ersten Geldtransferorganisation.

Firmengründer erzählen, wie sie so Millionen verdienen konnten, während Start-Up-Entwickler neue Modelle vorstellen, die den Migranten ihre Souveränität zurückgeben sollen. Wirtschaftsexperten erklären die ökonomischen Hintergründe der Migrationsströme, und zuletzt berichten Polizei, Staatsanwaltschaft und Anwälte von den Ermittlungen und Prozessen gegen Marktführer Western Union, der unter dem Vorwurf von Geldwäsche steht.

Ein Film von Monika Hielscher und Matthias Heeder
Redaktion: Jutta Krug (WDR), Sabine Rollberg (WDR/ARTE)

"Money in Minutes" ist eine WDR-Koproduktion mit Ma.Ja.De Filmproduktions GmbH in Zusammenarbeit mit ARTE und Al Jazeera International, gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) und dem BKM. Die Entwicklung wurde gefördert durch MEDIA, das Gerd-Ruge-Projektstipendium der Film- und Medienstiftung NRW und die FFHSH.

Premiere auf dem Leipziger Dokfilm-Festival 2014

Stand: 03.02.2017, 13:58

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