99 Luftballons über Hagen – Nena, Extrabreit und die Anderen

Nena bei einem Auftritt

99 Luftballons über Hagen – Nena, Extrabreit und die Anderen

Es ist ein Pop-Märchen, wie es nur die 80er Jahre schreiben konnte: Junge Menschen aus der musikalischen Provinz katapultieren sich an die Spitze der Charts. Die "Hagenmania" ist heftig und kurz, doch die Songs sind bis heute im kollektiven Gedächtnis.

Gruppenfoto der Band Extrabreit

1978 in Hagen gegründet: Extrabreit sind bis heute mit inzwischen 20 Alben eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands.

In exklusiven Interviews erzählen Nena, Extrabreit-Sänger Kai Havaii und viele andere Protagonisten der Hagener Musikszene von dieser einzigartigen Zeit. Hagen, Ende der 70er Jahre: eine klassische "One Disco Town". Wer hier aufwächst, erlebt ein Großstadtkaff, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Sauerland.

Exklusive Interviews mit Nena und Kai Havaii

Und doch geht von hier ein mittleres musikalisches Erdbeben aus. In wenigen Jahren gründen sich dutzende Bands, darunter mit The Ramblers, The Stripes (mit der 19-jährigen Nena als Sängerin) und Extrabreit gleich drei Bands, die einen Vertrag bei einem Major-Label bekommen.

Die Platte „Alles aus Hagen“.

Hagen-Hype: Auf "Alles aus Hagen" wurden 1981 die Songs von 16 Gruppen aus der 41-größten Stadt Deutschlands veröffentlicht.

Extrabreit gehört zu den Bands, die deutschsprachige Poptexte Anfang der 80er Jahre auf ein neues Niveau heben. Dabei stehen Nonsens-Oden im Geiste der Ramones ("Hurra, hurra, die Schule brennt" / "Hart wie Marmelade") neben gesellschaftskritischen Songs wie "Polizisten" oder "Der Präsident ist tot". Auch der eigenen Stadt setzen sie mit Songs wie "Komm nach Hagen" oder "Alptraumstadt" musikalische Denkmäler. 1982 werden sie zu einem der Flaggschiffe der Neuen Deutschen Welle, obwohl sie mit diesen One Hit Wonders aus Germany nichts zu tun haben.

Gruppenfoto der Band The Ramblers

Anfang der 80er: The Ramblers werden dritte Hagener Band aus dem Wave- / Punk-Umfeld unter Major-Label-Vetrag.

Start in den Kneipen

Das Kreuzberg von Hagen entwickelt sich Anfang der 80er Jahre rund um den Wilhelmsplatz mit der Kneipe "Bei Rainer" als subkulturellem Zentrum. Eine vitale Veranstaltungskultur entsteht, mit Spielstätten für die vielen neu gegründeten Bands, zwei Tonstudios, Nenas Lieblingsdisco "Madison" und dem legendären New-Wave-Club "Neue Heimat". Dazu zwei Zeitschriften und im Mittelpunkt Macher wie Hartwig Masuch, damals Sänger der Ramblers und heute Chef der Musikfirma BMG.

Nena im Interview

Start einer Pop-Geschichte: Nena wurde beim Tanzen im Hagener Club "Madison" angesprochen, ob sie nicht in einer Band singen wolle.

"99 Luftballons" beendet die Hagenmania

Nenas Welthit "99 Luftballons" steht am Ende dieses kurzen Rauschs. Eine Hagenerin – inzwischen in Berlin – greift nach den Sternen, während sich die wilde Zeit in ihrer Heimatstadt dem Ende zuneigt. Hagens Blütezeit als Pop-Motor Deutschlands ist so kurz und heftig wie die Musik selbst und erzählt viel über die Mentalität der jungen Deutschen in den 80ern.

Ein Film von Peter Scharf
Redaktion: Lena Brochhagen

Stand: 10.09.2017, 21:03

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