"Houston, wir haben ein Problem"

Präsident Josip Broz Tito und Präsident Kennedy bei einem Staatsempfang.

"Houston, wir haben ein Problem"

Der Kalte Krieg, der Wettlauf um die Vorherrschaft im All und die erste Mondlandung befeuern bis heute zum Teil verwegene Verschwörungstheorien. In "Houston, wir haben ein Problem" versorgt der slowenische Regisseur Žiga Virc das Publikum mit neuem Futter. Im März 1961 verkaufte Jugoslawien - so die These des Filmemachers - sein geheimes Raumfahrtprogramm an die USA. Zwei Monate später verkündet Kennedy, dass die USA auf dem Mond landen würden.

Ein älterer Mann sitzt gestikulierend in einem Sessel

Mythenbildung und Manipulationspraktiken: Slavoj Žižek erklärt, wie Verschwörungstheorien zustande kommen.

"Houston, wir haben ein Problem" spielt mit Verschwörungstheorien aus Zeiten des Kalten Krieges. Der Film suggeriert, dass der jugoslawische Präsident Tito das Ansehen der USA im Raumfahrt-Wettlauf rettete und spielt dabei geschickt mit der historischen Realität und fiktionalen Elementen. Der Dokumentarfilm konstruiert so einen Zusammenhang, der genauso überraschend wie amüsant ist.

Fakten treffen auf Fiktion: Ein Mythos wird lebendig

Im Mittelpunkt steht die Figur des Ivan Pavić, einer der Chefingenieure des vorgeblichen jugoslawischen Raumfahrtprogramms. Mit den stilistischen Mitteln des Dokumentarfilms erzählt der Film eine symbolische Geschichte über eine ganze Epoche.

Der jugoslawische Präsident Josip Broz Tito während eines Interviews.

Charisma als Beruf: der jugoslawische Präsident Josip Broz Tito während eines Interviews.

Verschwörungstheorien – Ein Mittel zum Zweck

Bei "Houston, wir haben ein Problem", so argumentiert der slowenische Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek, handelt es sich trotzdem um eine "wahre" Geschichte rund um Manipulation, Lügen, politische Machenschaften und die Macht der Medien. Denn das eigentliche Ziel des Films ist es zu zeigen, "wie einfach ein Publikum mit 'falschen Fakten' getäuscht und manipuliert werden kann".

Ein Film von Žiga Virc
Produzent: Ingmar Trost
Redaktion: Jutta Krug

"Houston, wir haben ein Problem" ist eine Produktion von Studio Virc, Sutor Kolonko und Nukleus Film in Koproduktion mit dem WDR.

Festivals

Weltpremiere auf dem Tribeca Film Festival NY 2016
Deutschland-Premiere im Wettbewerb des 26. Cottbuser Filmfestival 2016
Weitere Festivalscreenings beim Karlovy Vary IFF, BFI London Film Festival, IDFA, Göteborg IFF, Warschau Film Festival u.a.

"Houston, wir haben ein Problem" ist der slowenische Oscar-Kandidat für den besten ausländischen Film.

Stand: 26.01.2017, 13:00

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