Die US-Präsidenten und der Krieg

Donald Trump bei einer Rede, im Hintergrund die US-amerikanischen Fahnen

Die US-Präsidenten und der Krieg

Kaum im Amt, fordert der neue US-Präsident Donald Trump mehr Soldaten, mehr U-Boote und Jets - und eine Anhebung der Ausgabengrenzen für das Militär-Budget. Zugleich plant er die Vernichtung der Terrormiliz IS und bietet Mexiko militärische Hilfe im Kampf gegen Drogenbarone an.

Für William R. Polk, Historiker und Diplomat unter Präsident John F. Kennedy, nichts Besonderes: „Wenn man die Anzahl der Kriege zusammenzieht, die asymmetrischen und verdeckten Kriege eingeschlossen, dann gab es praktisch in jedem Jahr der amerikanischen Geschichte Krieg.“

Ein älterer Mann sitzend beim Interview, schaut nachdenklich

William R. Polk: Der frühere US-Diplomat sieht die Geschichte der USA kritisch.

Der US-Präsident ist nicht nur Staatsoberhaupt und Regierungschef, sondern auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Militärbudget der USA ist höher als das der folgenden acht Staaten in der Weltrangliste für Militärausgaben zusammen-genommen. Eine Zahl, die eindrucksvoll die imperiale Vormachtstellung der USA belegt. Der Weg zur Weltmacht Nummer 1 war blutig, kriegerische Auseinandersetzungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der USA – von George Washington bis Barack Obama.

Kompass Wirtschaft

Die Leitlinien der US-Außenpolitik folgten dabei meist den Wirtschaftsinteressen der führenden Industrien im Lande. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es so zu offenen Militäreinsätzen - in Süd- und Mittelamerika, in Asien, im Nahen und Mittleren Osten.

US-Soldaten im Vietnamkrieg

Während des Vietnamkriegs wuchsen in der US-Bevölkerung die Zweifel an Sinn und Zweck solcher Einsätze.

Hinzu kamen verdeckte Operationen der CIA, wie 1953 der Sturz des demokratisch gewählten iranischen Präsidenten Mossadegh, sowie Interventionen durch einen der 16 Geheimdienste weltweit, immer mit Wissen oder auf Anordnung des jeweiligen US-Präsidenten.

Von einer Bauernarmee zur Hegemonialmacht

Wer aber waren diese Männer, die die ehemalige englische Kolonie zur Weltmacht führten? Dieser Frage geht der Film nach, spannt den Bogen von George Washington, der nach dem Unabhängigkeitskrieg als erster das Amt des Präsidenten innehatte, bis hin zu Barack Obama und Donald Trump.

Vier Männer stehend lachend zusammen

Die "mächtigsten Männer der Welt": Jimmy Carter, Bill Clinton, Barack Obama und George W. Bush.

Die Dokumentation der Filmemacher Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis führt an die Originalschauplätze amerikanischer präsidialer Machtausübung. Die Reise geht von Washington über New York und Boston nach Virginia, South Dakota und Kalifornien, dem Bundesstaat, in dem die Rüstungsindustrie und Silicon Valley einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Wahl haben.

Unbekannte und selten gesehene Archivaufnahmen zu den einzelnen Epochen amerikanischer Geschichte zeigen, dass die US-Geschichte nie ohne Widersprüche verläuft.

Ein Film von Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis
Redaktion: Thomas Kamp und Christiane Hinz

Stand: 03.02.2017, 13:48

Startseite

Alle Sendungen

Unsere Videos