Die Böhms – Architektur einer Familie

Motiv des Filmplakats: Vater und drei Söhne vor der Kirche in Neviges

Die Böhms – Architektur einer Familie

Der Architekt Gottfried Böhm gilt als wichtigster deutscher Architekt der Nachkriegs-Ära. Noch immer arbeitet der 1920 in Offenbach Geborene, der als einer von nur zwei Deutschen den renommierten Pritzker-Preis erhielt, täglich gemeinsam mit seinen Söhnen Stephan, Peter und Paul an Bauprojekten. Alle sind sie Architekten geworden, alle arbeiten mit ihm unter demselben Dach, dem Haus, das der berühmte Großvater Dominikus Böhm auf dem Römerberg errichtete.

Gottfried und Paul Böhm vor einem Architekturmodell

Das Oberhaupt: Gottfried Böhm ist auch mit 96 Jahren noch aktiv.

In Zusammenarbeit mit seinen Söhnen entstehen regelmäßig Großbauten – wie die Zentralmoschee in Köln oder das Museum Ägyptischer Kunst in München. Das Renommee des Vaters verschafft den Söhnen attraktive Aufträge, verhindert aber auch ihre Selbstständigkeit und schürt die Konkurrenz untereinander.

Kirche Christi Auferstehung, Köln Lindenthal

Typisch Böhm: Die Kirche Christi Auferstehung in Köln-Lindenthal ist ein gutes Beispiel für die zahlreichen Kirchenbauten, die Gottfried Böhm schuf.

Peter Böhm, der mittlere Sohn, ist leidenschaftlicher Architekt, mischt sich aber oft in Projekte seiner Brüder ein und vernachlässigt die eigenen. Paul Böhm führt als Jüngster die meisten Wettbewerbe aus, doch erschöpft er sich dabei mehr und mehr. Stephan Böhm will sich als Ältester in China einen Namen machen, um der Konkurrenz unter den Brüdern zu entgehen.

Die gemeinsame Leidenschaft wird zur Zerreißprobe

Peter soll eine Vortragsreise vom Vater übernehmen und wird zum Sprachrohr der Dynastie, obwohl er lieber Wettbewerbe wie seine Brüder machen würde. Paul überkommen Selbstzweifel, als ihn Peter darauf hinweist, dass er mit seinen Projekten längst ein verlängerter Arm des Vaters geworden ist. Die Missgunst unter den Brüdern wird weiter angefacht von Stephans schnellem Erfolg in China. Doch der muss bald darauf feststellen, dass er hintergangen wurde und pleite ist. Die Brüder driften auseinander und Vater Gottfried verliert sich in seinen Visionen der Zukunft.

Gottfried Böhm mit Ehefrau Elisabeth Böhm

Elisabeth Böhm: Die Architektin, Ehefrau und Mutter starb 2012.

Schließlich bricht auch der emotionale Zusammenhalt der Familie weg: Elisabeth, ebenfalls Architektin, Ehefrau, Mutter und wichtigste Inspiration, verstirbt. Wie wird sich das Familienleben in Zukunft gestalten?

Ein Dokumentarfilm von Maurizius Staerkle-Drux  
Redaktion: Jutta Krug (WDR), Claudia Gladziejewski (BR)

DIE BÖHMS – ARCHITEKTUR EINER FAMILIE ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion mit WDR, BR, Lichtblick Film und 2:1 Film, gefördert von der Film- & Medienstiftung NRW, dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF), der Zürcher Filmstiftung und dem Schweizer Bundesamt für Kultur (BAK).

Festivals und Preise

  • DOK Festival Leipzig - Dokumentarfilmpreis 2014 des Goethe Instituts
  • Festival of international Films on Art (FIFA) 2015 in Montréal - Hauptpreis der Jury
  • DOK Festival Leipzig 2014 - Dokumentarfilmpreis des Goethe Instituts
  • Festival of international Films on Art (FIFA) Montréal 2015 - Hauptpreis der Jury
  • Bozener Filmtage 2015 – Preis für den besten Dokumentarfilm
  • DOK.fest München 2015 – 1. Preis für den besten Nachwuchsstoff
  • Arquiteturas Film Festival Lissabon 2015 - Publikumspreis

Stand: 13.09.2016, 12:33

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