Tierschutz in Spanien – Madrid und Andalusien

Tierschutz in Spanien – Madrid und Andalusien

Die positive Bilanz des Tierschutzvereins ALBA Madrid 2016: Die Zusammenarbeit mit Politikern und Behörden funktioniert, es konnten hunderte Tiere gerettet werden und ein neues Tierschutzgesetz wurde verabschiedet. Seit 2017 ist es verboten, Tiere in den Tierheimen der Provinz Madrid einzuschläfern. Auf Unterstützung seitens der Politik hoffen Tierschützer in den ländlichen Regionen, wie beispielsweise in Andalusien, meist vergebens.

Tierhaltung in Andalusien: eine andere Welt

Wachhunde, die ihr ganzes Dasein an kurzen Ketten fristen, herumstreunende Hunde, die sich unkontrolliert vermehren, weil sie nicht kastriert sind, gehören in Andalusien zum Alltag der Tierschützer. Es gibt viele Missstände in Andalusien, die auf fehlende Empathie und Gedankenlosigkeit zurückgehen. Besonders krass offenbaren sie sich bei den zahlreichen Jägern in der Region. Sie vermehren Hunde in großem Umfang. Die nicht jagdtauglichen werden ausgesetzt, in Brunnen oder Müllcontainer geworfen oder irgendwo angebunden, wo sie verhungern und verdursten. Selbst wenn Tierschützer solche Fälle anzeigen, werden sie kaum geahndet. Staatliche „Perreras“ schläfern Fundtiere nach kurzer Frist ein. Und die wenigen privaten Tierheime kämpfen mit geringen Zuschüssen und Spenden sowie immer neuen Notfällen ums Überleben.

Tierschutzverein „Hogar de Asís

So auch das Tierheim „Hogar de Asís“. Im Jahr 2000 übernahmen ein paar Tierschützerinnen die kommunale Tötungsstation der andalusischen Stadt La Carolina. Natürlich ist Geld Mangelware. Doch die Tierschützer haben ein weiteres, großes Problem: Kaum jemand vor Ort adoptiert einen Hund aus dem Tierheim. Deshalb ist die Vernetzung mit anderen Tierschützern eine große Hilfe. Seit ein paar Jahren übernimmt der Tierschutzverein ALBA Madrid regelmäßig Hunde von „Hogar de Asís“ und vermittelt sie in Madrid, sowie an Partnervereine in Deutschland. Nur so können die Mitarbeiter von „Hogar de Asís“ neue Hunde retten.

Vorzeige-Tierschutz in Spanien: „Fünfsterne“ Tierheim ALBA Madrid

Auch in Madrid gibt es Missstände wie ausgesetzte und misshandelte Tiere. Doch der Tierschutzverein ALBA Madrid überzeugt seit Jahren mit seiner professionellen und kompetenten Arbeit, sowie einem topmodernen Tierheim, eigenen Tierärzten und vielen freiwilligen Helfern. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Politikern für nachhaltigen Tierschutz läuft erfolgreich. Allein in 2016 hat der Verein 550 Hunde gerettet und vermittelt. Außerdem wurden 1.400 Katzen kastriert und die meisten wieder freigelassen. Der Verein organisiert regelmäßig Aufklärungskampagnen, vor allem an Schulen. Zudem setzen sich die Tierschützer für eine Vernetzung mit anderen Tierschützern im In- und Ausland ein, die das Standing des Tierschutzes in Spanien und Europa stärkt.

Spanisch-deutsches Tierschutznetzwerk

ALBA arbeitet daran, mehr Tiere in Spanien zu vermitteln. Seit Januar 2017 hat die Stadt Madrid den Tierschützern einen wunderschönen Pavillon im zentralen Retiro-Park zur Verfügung gestellt, um ihre Tiere und Projekte der Öffentlichkeit vorzustellen. Trotzdem ist ALBA noch auf die Vermittlung nach Deutschland angewiesen, auch um Vereine wie „Hogar de Asís“ in Andalusien zu unterstützen.

Autorin: Christiane von Schwind

Stand: 21.07.2017, 10:30

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

Neuester Kommentar von "Klasse Beitrag", 26.07.2017, 09:45 Uhr:

Das war ein klasse Beitrag. Liebe Alba Madrid ihr leistet alles erst klassige Arbeit. Da ich selbst Alba Mitglied bin, bin ich sehr stolz auf Euch. Es könnten ruhig weitere Beiträge gesendet werden. Es ist klasse das den Tieren dort gehofen werden kann. MFG Diana Gerz