Lebensgefahr Plastikmüll

Lebensgefahr Plastikmüll

Von Kristina Kasten

Die Verschmutzung der Ozeane mit Millionen Tonnen Plastikmüll zählt zu den größten Umweltkatastrophen weltweit. Eine Müll-Insel im Pazifik so groß wie Frankreich, Plastiktüten, PET-Flaschen, Feuerzeugen, Zahnbürsten, Zigarettenfilter... Ein Todesurteil für viele Meeresbewohner und Seevögel.

Wal

Anfang des Jahres ist ein Wal an der norwegischen Küste gestrandet. Er war so geschwächt, dass er getötet werden musste. Im Magen des Tieres lagen mehr als 30 Plastiktüten und andere Kunststoffgegenstände. Sie hatten vermutlich den Magen verstopft. So verhungerte der Wal allmählich.

Anfang des Jahres ist ein Wal an der norwegischen Küste gestrandet. Er war so geschwächt, dass er getötet werden musste. Im Magen des Tieres lagen mehr als 30 Plastiktüten und andere Kunststoffgegenstände. Sie hatten vermutlich den Magen verstopft. So verhungerte der Wal allmählich.

Fische halten winzige Plastikteilchen für Plankton und fressen sie. Schon jetzt schwimmt in den Meeren sechsmal mehr Plastik als Plankton. Schätzungen zufolge wird 2050 mehr Plastikmüll in den Meeren zu finden sein als Fisch.

Plastikteile riechen für Vögel nach Nahrung, fanden Forscher heraus. Darum fressen viele Vögel das Plastik und bekommen gesundheitliche Probleme.

So findet man immer häufiger Kadaver von Seevögeln mit Kunststoffteilen im Magen. Die Tiere, die Plastik fressen, ersticken, haben tödliche Verstopfungen oder verhungern bei vollem Bauch - weil sie neben dem Plastik zu wenig Nahrung aufnehmen.

111 von 312 untersuchten Seevogelarten sind betroffen - und zwar 50 bis 70 Prozent innerhalb einer Population. Wenn die Verschmutzung der Meere so weitergeht, wird 2050 geschätzt fast jeder Meeresvogel Plastikteile im Magen haben.

Bei einer Untersuchung fanden Wissenschaftler bei 93 Prozent der Eissturmvögel Plastikteile im Magen. Im Durchschnitt waren es 27 Partikel pro Vogel.

Plastiktüte oder Qualle? Viele Tiere können das mittlerweile nicht mehr unterscheiden.

Die Lederschildkröte frisst beispielsweise am Liebsten Quallen. Doch leider verwechselt sie immer öfter im Wasser treibende Plastiktüten mit ihrer Leibspeise. Das passiert so oft, dass 50 bis 80 Prozent der Schildkröten innerhalb einer Population Plastikmüll aufgenommen haben.

Plastikmüll schwimmt auch in Form von Nylonseilen und –netzen durchs Meer, die von Fischern zurückgelassen werden. Sie werden zu tödlichen Fallen für viele Meerestiere und Seevögel: Sie verfangen und erhängen sich darin.

Vor allem Robben scheinen davon betroffen zu sein, vermutlich weil sie ihre Umgebung besonders neugierig inspizieren.

Auch Delphine verfangen sich oft in sogenannten Geisternetzen - herrenlos herumtreibende Fischernetze.

Stand: 29.09.2017, 16:11 Uhr