Acht Fakten über Nashorn-Wilderei

Acht Fakten über Nashorn-Wilderei

Seit genau zehn Jahren ist die illegale Jagd auf Nashörner völlig eskaliert. Anfang der 2000er Jahre galt der weltweite Nashorn-Bestand noch als stabil. Doch seit 2007 hat sich der Bestand von etwa 20.000 Tieren auf unter 14.000 Tiere reduziert. Die Fakten und Hintergründe zur Wilderei auf eines der letzten großen Wildtiere dieser Erde.

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80 Prozent aller Nashörner leben in Südafrika. Die meisten davon im Kruger Nationalpark, ein fast 20.000 Quadratkilometer großes Wildschutzgebiet. Südafrika ist Hauptziel von Wilderern – nicht nur auf Nashörner. 90 Prozent aller Wildereien finden in Südafrika statt.

80 Prozent aller Nashörner leben in Südafrika. Die meisten davon im Kruger Nationalpark, ein fast 20.000 Quadratkilometer großes Wildschutzgebiet. Südafrika ist Hauptziel von Wilderern – nicht nur auf Nashörner. 90 Prozent aller Wildereien finden in Südafrika statt.

Die Nashörner werden aufgrund ihrer Hörner gejagt. Denn neben der Traditionellen Chinesischen Medizin existiert vor allem in Vietnam und China ein weit verbreiteter Aberglaube, der dem Horn heilende Kräfte zuspricht. Pulverisiert und in Wasser oder Reiswein aufgelöst soll es gegen Fieber, gegen Krämpfe, ja sogar gegen Krebs helfen. Außerdem gilt es als Statussymbol: In bestimmten Kreisen und unter Geschäftsleuten gilt es als schick, am nächsten Morgen nach einem Saufgelage Nashorn-Horn gegen den Kater zu reichen.

Das Horn der Rhinozerosse besteht aus demselben Stoff wie Fuß-und Fingernägel oder Pferdehufe: es ist Keratin. Absolut wirkungslos. Die Nashörner sterben für einen Aberglauben.

Die Hauptstadt Vietnams gilt als Hauptumschlagplatz für das Horn der Nashörner. Ermittlungen zeigen, dass gewildertes Horn innerhalb von 48 Stunden den Weg von Südafrika nach Hanoi zurücklegt – illegal! In den Jahren von 2010 bis 2015 stellte der Zoll 54 Kilogramm Nashorn-Horn sicher. Nur ein Bruchteil dessen, was wirklich gewildert worden ist. Allein diese 54 Kilo haben einen Schwarzmarktwert von mehr als drei Millionen Euro.

Ein Horn wiegt zwischen ein und zehn Kilogramm. Auf dem Schwarzmarkt bringt ein Kilogramm bis zu 60.000 Euro. Damit hat der Preis für Nashorn-Horn den internationalen Goldpreis überholt. Das Problem der plötzlichen Nachfrage nach dem illegalen Horn ist vielschichtig. Als einer der Hauptgründe aber gilt die aufstrebende Wirtschaft von asiatischen Schwellenländern wie Laos, Thailand und Vietnam.

Tierschutzorganisationen investieren seit Jahren in den Schutz der Wildtiere in Südafrikas Nationalpark. Etliche Wildhüter sind Tag und Nacht unterwegs, um illegale Jäger aufzuspüren. Doch das Gebiet ist riesig und die Korruption in Südafrika ist immer noch hoch. Nicht selten verraten Mitarbeiter des Nationalparks gegen Geld den Aufenthalt von Nashorn-Gruppen.

Die Wildtiermafia ist bestens vernetzt und gerüstet mit Waffen, schnellen Autos und Werkzeug, um die Tiere oft auf brutale Art ums Leben zu bringen und ihre Hörner abzunehmen. Trotz erheblicher Bemühungen der Polizei fehlen oftmals die Ressourcen, um es mit den hochgerüsteten Banden aufzunehmen.

Tierschützer werfen der Regierung vor, die Wilderei nicht ernst genug zu nehmen. Denn das Problem kann nicht nur in den Nationalparks bekämpft werden. Zu geringe Strafen, nachlässige Zollkontrollen, unkontrollierte Grenzen und Korruption begünstigen die Wilderei – nicht nur auf Nashörner. Seit 2007 haben mehr als 7.000 Nashörner ihr Leben gelassen. Wenn die Wilderei nicht gestoppt wird, ist der Fortbestand ihrer Art gefährdet.

Stand: 01.10.2017, 18:00 Uhr