So helfen Sie Igelbabies richtig

So helfen Sie Igelbabies richtig

Im August und September ist Igelbaby-Hochsaison. Immer wieder werden in dieser Zeit auch verwaiste Igelsäuglinge gefunden, die Hilfe brauchen. Aber wie sieht die richtige Hilfe aus? Hier unserer Tipps und Fakten rund um den Igel.

Igel

Gestatten: Erinaceus europaeus Linné 1758 - der hier heimische (Westeuropäische) Igel. Der stachelige Insektenfresser lebt seit rund 60 Millionen Jahre auf unserer Erde und ist damit eines der ältesten noch lebenden Säugetiere.

Gestatten: Erinaceus europaeus Linné 1758 - der hier heimische (Westeuropäische) Igel. Der stachelige Insektenfresser lebt seit rund 60 Millionen Jahre auf unserer Erde und ist damit eines der ältesten noch lebenden Säugetiere.

Der Tag geht – der Igel kommt. Der kleine Jäger ist nachtaktiv und verfügt über einen hervorragenden Geruchs- und Hörsinn. Den Winter verschläft er am Liebsten und zehrt von seinen Sommerfettpolstern.

Fühlt sich der Igel bedroht oder in Gefahr, rollt er sich einfach ein. Seine spitzen Stacheln schützen ihn wie eine Festung und halten seine Gegner auf Abstand.

Wenn nachts gejagt wird, wird tagsüber natürlich geschlafen. Nur sehr hungrige oder kranke Igel verlassen am Tag ihren geheimen Unterschlupf. Dann suchen sie oft die Nähe und Hilfe von uns Menschen und verlaufen sich in unsere Gärten.

Gerade jetzt – in der Igelbaby-Hochsaison im August und September – findet man auch immer wieder verwaiste Igelsäuglinge. Eigentlich werden sie von Mama Igel bis zur sechsten Woche mit Milch versorgt. Doch wenn der Igelin etwas zustößt, ist der oft noch blinde und taube Nachwuchs plötzlich alleine und braucht Hilfe.

Mit leisem Pfeifen rufen die Babies aus dem Nest nach ihrer Mutter. Wer auf solch ein Nest stößt, sollte aber erst einmal zwei Stunden warten, ob Mama Igel nicht doch noch nach Hause kommt. Haben die Jungen das Nest jedoch schon verlassen und krabbeln hilflos umher, sollten Sie handeln.

Das Wichtigste: Die Igelbabies brauchen Wärme. Eine lauwarme Wärmflasche eingewickelt in ein Handtuch kommt der vertrauten Nestwärme noch am nächsten. Setzen Sie die Kleinen einfach darauf und decken Sie sie mit einem weiteren Handtuch zu.

Etwas lauwarmer Fencheltee macht die Welt für die Igelwaisen gleich etwas besser. Kuhmilch, Menschenbabybrei, Haferschleim oder Honig und Traubenzucker sind tabu für Igelsäuglinge.

Jetzt haben Sie getan, was Sie tun konnten. Melden Sie sich bei einer Igelstation oder Ihrem Tierarzt. Kleine Igelbabies aufzupäppeln, ist etwas für echte Profis. Und das ist sogar gesetzlich festgehalten: Igel gehören zu den besonders geschützten Arten in Deutschland und dürfen daher nicht einfach mit nach Hause genommen werden. Nur hilfsbedürftige Igel dürfen sachgemäß aufgezogen und gesund gepflegt werden.

Stand: 18.08.2017, 10:32 Uhr