Freilauf für Kaninchen, Hamster & Co

Freilauf für Kaninchen, Hamster & Co

Von strehle

Nager sind neugiereig und freuen sich über Freilauf. Doch wer kennt sie nicht, die Schauergeschichten über verschwundene Hamster und zerfressene Möbel? 13 Tipps, die Sie beim Freilauf beachten sollten.

Nager im Freilauf

Freilauf für Nager
Kaninchen, Hamster, Mäuse oder Meerschweinchen sind neugierig und freuen sich über Beschäftigung und Abwechslung – zum Beispiel in Form von Freilauf außerhalb ihres Geheges. Doch Schauergeschichten über verschwundene Hamster oder von Kaninchen zerfressene Möbel kennt fast jeder. Wer ein paar Dinge beachtet, kann seinen Nagern dennoch Zeit für Erkundungen geben. 13 Tipps…

Freilauf für Nager
Kaninchen, Hamster, Mäuse oder Meerschweinchen sind neugierig und freuen sich über Beschäftigung und Abwechslung – zum Beispiel in Form von Freilauf außerhalb ihres Geheges. Doch Schauergeschichten über verschwundene Hamster oder von Kaninchen zerfressene Möbel kennt fast jeder. Wer ein paar Dinge beachtet, kann seinen Nagern dennoch Zeit für Erkundungen geben. 13 Tipps…

1. Der richtige Zeitpunkt für den Freilauf

Grundsätzlich ist es viel unproblematischer zahme Tiere laufen zu lassen, als welche, die nicht an Ihre Hände gewöhnt sind. Es macht das Einfangen für den Menschen einfacher und für die Nager weniger stressig.

Tipp: Es empfiehlt sich daher, den Tieren zunächst eine Eingewöhnungszeit zu gewähren, bis sie sich an Sie gewöhnt haben. Wie lange das dauert, hängt vom Charakter und der Vorgeschichte der Tiere ab, aber auch von Ihrer Ruhe und Geduld.

2. Freilauf in der Gruppe

Nicht alle Nager sind soziale Tiere. Hamster zum Beispiel sind Einzelgänger und wollen auch den Freilauf alleine genießen. Kaninchen und Meerschweinchen hingegen sind gerne unter ihresgleichen. Doch der Freilauf in Gruppen wird schnell unübersichtlich.

Tipp: Lassen Sie immer nur so viele Tiere gemeinsam laufen, dass Sie leicht den Überblick behalten.

3. Freilauf nicht ganz frei

Den Nager einfach auf dem Boden abzusetzen und ihm die ganze Wohnung zum Erkunden zu überlassen ist keine gute Idee. Bei einem Hamster oder einer Maus ist die Gefahr groß, dass Sie das Tier über Stunden oder Tage nicht wiedersehen.

Tipp: Besser ist es, den Bereich einzugrenzen – aber natürlich dennoch größer zu halten, als das gewohnte Gehege. Wählen Sie beispielsweise ein Zimmer aus, welches Sie so präparieren, dass ihrem Nager nichts passieren kann.

4. Der richtige Bodenbelag für den Freilauf

Glatter Boden, wie Parkett oder Fliesen ist für den Freilauf eher ungeeignet. Kaninchen, Ratte und Co. wollen sicherlich mal so richtig Gas geben und können dort schnell ins Rutschen geraten. Bei Fliesen kommt hinzu, dass der Boden sehr kalt ist – es sei denn man besitzt eine Fußbodenheizung.

Tipp: Wählen Sie einen Raum mit Teppich für den Freilauf. Oder legen Sie für die Zeit des Freilaufs Teppiche als Rennstrecken aus. Aber Achtung: Achten Sie bei der Wahl des Teppichs darauf, dass die Maschen eng genug sind, damit die Nager sich  nicht mit den Krallen verheddern können.

5. Meerschweinchen, Hamster UND Möbel schützen

Ihr Name verrät es schon: Nager nagen gerne. Und mit jedem Bissen können schädliche Stoffe in den Magen gelangen. Schlimmer noch: Kabel können angefressen und so zu einer tödlichen Falle werden. Doch nicht nur die Nager selbst sind in Gefahr, auch ihre Einrichtung könnte unter schlecht vorbereitetem Freilauf leiden – Bücher, Kartons oder Schuhe sind bei den kleinen Tieren beispielsweise sehr beliebt.

Tipp: Stark behandelte Materialien, Gewebe aus Chemiefasern, Plastikgegenstände und Zimmerpflanzen sollten so weit wie möglich entfernt werden. Bringen Sie auch geliebte Einrichtungsgegenstände in Sicherheit. Und achten Sie in jedem Fall darauf, dass ihr Tier nicht mit Kabeln oder Steckdosen in Berührung kommt.

6. Wenn Freilauf zum Freeclimbing wird

Besonders Mäuse, Ratten und Hamster sind wahre Kletterkünstler. Vertikale Ebenen sind für sie kein Problem, sobald sie mit ihren Krallen Halt finden. Selbst Schänke können so erklommen werden. Doch wer einmal oben ist, muss auch wieder runter kommen. Hier besteht Absturzgefahr.

Tipp: Unterschätzen Sie Ihren Nager nicht! Überprüfen Sie sorgfältig, wo er klettern könnte und versperren Sie ihm gegebenenfalls durch ein glattes, breites Brett den Weg.

8. Türen: Gefahr in mehrfacher Hinsicht

Klar, Türen sind potentielle Fluchtwege. Unbedacht geöffnet, offen gelassen oder nicht schnell genug verschlossen, kann Ihr Nager herausschlüpfen. Gerade in Altbauten schließen viele Türen aber auch nicht mit dem Boden ab, sondern es bleibt ein Spalt zwischen Boden und Tür. Vor allem die kleinen Nager können hier leicht entkommen. Außerdem besteht die Gefahr, dass man den Nager durch schnelles Öffnen von Türen verletzt, weil er darunter gerät.

Tipp: Wenn Ihre Türen nach unten hin gut abschließen, haben Sie die Möglichkeit immer gut aufzupassen, wenn Sie die Tür öffnen: schnell genug, damit keiner entwischt, aber auch langsam genug, damit keiner verletzt wird. Oder aber Sie lassen die Türe geöffnet und versperren den Weg mit einem Brett über dass Sie selbst drübersteigen können. Aber Achtung: Es muss hoch genug sein! Für Hamster ab 40 cm, für Kaninchen ab 60 cm.

9. Katz und Maus im Freilauf

Nicht alle Katzen und Hunde respektieren Meerschweinchen, Ratte und Co. ohne sie zu jagen oder gar zu verletzten. Und selbst unter Nagern kann es zu Streit kommen.

Tipp: Lassen Sie nur Tiere miteinander frei laufen, bei denen Sie ganz sicher sind, dass sie sich verstehen.

10. Immer unter Beobachtung

Es ist nicht leicht einen Wohnbereich absolut sicher zu machen für Ihren Nager.

Tipp: Daher empfiehlt es sich, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Auge auf das Tier zu halten.

11. Wenn einer flüchtig ist

Nager sind neugierig und klug und sie erkunden einfach alles. Es kommt daher immer wieder vor, dass sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal entwischen.

Tipp: Ist das passiert, sollten Sie zunächst alle Fenster und Türen der Wohnung schließen. So kann das Tier keine Räume mehr wechseln oder gar nach draußen gelangen. Schalten Sie Geräuschquellen wie das Radio aus und gehen sie die Räume ab. Gut hinhören, wenn sich das Tier fortbewegt oder nagt, könnten Sie es finden. Ist das nicht der Fall, verteilen stellen Sie Futter und Wasser in jedes Zimmer. Körnerfutter muss abgezählt werden, nur so wissen Sie wenn sich jemand bedient hat und können die Suche auf dieses Zimmer beschränken.

12. Alternative: Freilaufgehege

Wer seinen Nager im Garten oder in der Wohnung laufen lassen möchte muss Einiges beachten.

Tipp: Einfacher ist es, ein Freilaufgehege anzuschaffen. Dieses sollte natürlich größer sein, als das hoffentlich eh schon geräumige normale Gehege des Nagers. Holzgehege werden von vielen Tieren besonders gut akzeptiert, weil die Wände nicht zu durchblicken sind, wie bei Gitterstäben, die oftmals nicht als richtige Barriere gesehen werden. Bei der Anschaffung müssen Sie aber unbedingt darauf achten, dass das Gehege hoch genug ist: Für Hamster mindestens 40 cm, für Kaninchen geht unter 60 cm gar nichts.

13. Freilauf im Garten

Wer sein Kaninchen oder Meerschweinchen im Garten freilaufen lassen möchte, muss ganz besonders gut aufpassen. Selbst mit einem wirklich ausbruchsicheren Gehege lauern Gefahren: Witterung, giftige Pflanzen, aber auch andere Tiere, wie Greifvögel oder Katzen.

Tipp: Aus diesem Grund sollte das Gehege nicht in der prallen Sonne stehen und die Tiere sollten bei Regen zumindest eine Unterstellmöglichkeit haben – wenn Sie sie nicht reinholen. Außerdem ist es wichtig, dass das Gehege einen Deckel besitzt, damit Ihre Tiere vor Fressfeinden geschützt sind. Und Achtung: Denken Sie daran, dass Nager auch durch selbstgebaute Tunnel flüchten könnten.

Stand: 17.05.2017, 00:00 Uhr