Im Einsatz für Pferde und Kettenhunde

Im Einsatz für Pferde und Kettenhunde

Auf dem Hof Fallada in Polen werden Pferde alt, die sonst auf internationalen Schlachttiertransporten verletzt und gestorben wären. Außerdem will der Verein Pro Animale Kettenhunde von der Kette holen und arbeitet mit den Tierbesitzern zusammen. Vereinsgründerin Johanna Wothke ist bis heute unermüdlich im Einsatz.

Der Verein Pro Animale

Den Tierschutzverein „Pro Animale für Tiere in Not e. V.“ gibt es seit 1985. Gegründet wurde er von Johanna Wothke, die damals als Lehrerin arbeitete. Durch einen Zufall traten die notleidenden Tiere in ihr Leben und in das ihrer Tochter Natascha, die damals noch zur Schule ging und heute die zweite Vorsitzende des Vereins ist. Die beiden wurden auf Versuchstierhändler in ihrer Nähe aufmerksam, denen sie spontan alle Laborhunde abkauften – die Geburtsstunde von Pro Animale. Inzwischen rettet der Verein Tiere in ganz Europa und versorgt in 30 eigenen Herbergen mehr als 3.000 Tiere. Außerdem vermittelt Pro Animale Hunde und Katzen in Deutschland. Der Verein finanziert sich durch Spenden und Patenschaften.

Die Arbeit in Polen

In Polen sind die Tierschützer besonders aktiv. Hier steht auch die älteste Tierherberge des Vereins, der Hof Fallada. Auf 50 Hektar Land ermöglichen 17 Mitarbeiter den Tieren ein paradiesisches Leben. Die Rettungsstation wurde 1994 gebaut, als Zeichen gegen die länderübergreifenden Schlachttiertransporte. 61 Pferde leben heute hier, sie alle wurden freigekauft und dürfen ihr neu gewonnenes Leben genießen. Ungefähr 100.000 Schlachtpferde werden jährlich durch Europa transportiert, oft unter erbärmlichen Bedingungen. Natascha Wothke erzählt, dass fast jedes dritte Tier dabei schwer verletzt wird. Jedes einzelne Lebewesen auf dem Gnadenhof ist Natascha Wothke den ganzen Einsatz wert. Praktischen Tierschutz schreibt sie groß. Sie ist rund um die Uhr beschäftigt, verzichtet auf Urlaub und Freizeit, um sich aktiv für den Freikauf und die Rettung von Tieren aus ausweglosen Situationen einzusetzen. Immer wieder unternimmt sie lange Reisen nach Polen, um hier vor Ort mitzuhelfen.

Die Tierschützer wollen nachhaltig arbeiten. In der weiteren Herberge Sussita-Kumi leben neben vielen Pferden fast 130 Katzen. Hier gibt es auch eine kleine Tierklinik, in der die Landbevölkerung ihre Katzen und Hunde kostenlos kastrieren lassen kann. Auf lange Sicht will Pro Animale so die Katzen- und Hundepopulation in den Griff bekommen. Auch diese Arbeit ist nicht immer einfach und mit viel Überzeugungsarbeit verbunden, denn nicht jeder Bauer möchte seine Tiere kastrieren lassen. Langsam aber wächst die Akzeptanz in der Landbevölkerung.

Gerettete Stute mit ihrem Fohlen

Stute Shiva und Fohlen Shanti wurden von Natascha Wothke in Polen gerettet

Das Kettenhundprojekt in Polen

In Polen gehören Kettenhunde auf dem Land immer noch zum traurigen Alltag. Das versucht Pro Animale seit 1997 zu ändern und rief ein Projekt ins Leben, um die Hunde von der Kette zu holen. Vernachlässigte Tiere einfach vom Hof zu holen würde keinen Sinn machen, denn sofort gäbe es Nachschub und ein neuer Hund läge an der Kette. Daher bauen die Tierschützer großzügige und gut ausgestattete Zwingeranlangen auf dem Gelände der Hundebesitzer, versorgen die Hunde mit Futter, lassen sie kastrieren und tierärztlich kontrollieren. Um das zu gewährleisten, dürfen die Tierschützer die Hunde jederzeit unangemeldet besuchen. Alte und kranke Hunde müssen nicht auf den Bauernhöfen ihrer Besitzer bleiben, sondern kommen in die Tierherbergen von Pro Animale. Über diese Bedingungen wird ein Vertrag geschlossen.

Die Arbeit ist sehr aufwendig und oft frustrierend, denn nicht alle Hundehalter arbeiten mit und versorgen ihre Hunde angemessen. Seit 1997 hat Pro Animale 704 dieser Refugien errichtet. Aktuell werden in Nordpolen an 320 verschiedenen Orten 450 Hunde in einem Umkreis von 80 Kilometern kontrolliert.

Autorin: Claudia Backhaus

Stand: 17.05.2016, 11:00

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

Neuester Kommentar von "Ellert ", 23.05.2016, 06:30 Uhr:

Nur mehr solche Einrichtungen! Empfehlenswert, Bravo. Meine volle Sympathie.