Galgos in Not

Galgos in Not

Nicole Weihrauch setzt sich mit ihrem Verein für die Rettung von Windhunden in Spanien ein. Oft werden die Jagdhunde ausgesetzt, wenn sie zur Kaninchenjagd nicht mehr in der Lage sind. Es ist nicht einfach, neue Besitzer für die sensiblen Hunde zu finden, denn sie sind keine Anfängerhunde und haben besondere Bedürfnisse.

10 Fakten, die Galgos charakterisieren

Von Stefan Servos

Der Galgo Español ist ohne Zweifel ein außergewöhnlicher Hund mit besonderen Charaktereigenschaften und speziellen Anforderungen. Daher ist diese Rasse nicht für Jeden geeignet. Wer über die Adoption eines spanischen Windhundes nachdenkt, sollte wissen, was auf ihn zukommt. Tiere suchen ein Zuhause hat Fakten zusammengestellt.

Ein rennender Galgo Espanol

Rückruf: In der Regel Fehlanzeige. Galgos werden in ihrer Heimat Spanien als Jagdhunde gezüchtet und besitzen einen außergewöhnlich starken Jagdtrieb, dem selbst mit bester Erziehung kaum beizukommen ist. Sie sind Sichtjäger und deshalb sind Spaziergänge nur mit Leine möglich, sonst ist der Galgo schnell verschwunden, was vor allem in der Nähe von viel befahrenen Straßen oder Bahnschienen lebensgefährlich sein kann.

Rückruf: In der Regel Fehlanzeige. Galgos werden in ihrer Heimat Spanien als Jagdhunde gezüchtet und besitzen einen außergewöhnlich starken Jagdtrieb, dem selbst mit bester Erziehung kaum beizukommen ist. Sie sind Sichtjäger und deshalb sind Spaziergänge nur mit Leine möglich, sonst ist der Galgo schnell verschwunden, was vor allem in der Nähe von viel befahrenen Straßen oder Bahnschienen lebensgefährlich sein kann.

Galgos haben ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis und müssen mindestens 1 bis 2 Mal pro Woche frei rennen dürfen. Dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h! Aufgrund ihres starken Jagdtriebs ist dies aber nur auf einem großen, gesicherten Gelände mit einem hohen Zaun möglich. Jagdähnliche Aktivitäten wie beispielsweise das Coursing (die Jagd nach einer Hasenattrappe) oder Hunderennen (ohne Leistungsdruck) kommen beim Galgo meistens sehr gut an.

Galgos sind eigenständig und sehr sensibel. Ihre Erziehung erfordert daher viel Geduld und vor allem Einfühlungsvermögen. Wer sich einen Galgo anschafft, sollte bereit sein, viel Zeit in die Erziehung zu investieren.

Galgos sind ausgeprägte Rudeltiere, daher ist es ratsam, sie mit mindestens einem Zweithund zu halten, im Idealfall einem weiteren Galgo, an dem sie sich orientieren können. Als Einzelhund sollten sie nur in Ausnahmefällen gehalten werden und auch nur, wenn eine enge, permanente Bindung zu ihrer Familie möglich ist. Der Galgo ist kein Hund, den man tagsüber alleine in der Wohnung lassen kann, denn das Alleinsein kann zu stressabbauendem Kompensationsverhalten führen, wie das Zerfetzen von Kissen oder das Zerbeißen von Einrichtungsgegenständen.

Wenn Galgos nicht gerade rennen und jagen, dann sind sie, wie andere Windhundrassen auch, sehr ruhige, ausgeglichene und unkomplizierte Mitbewohner, die gerne stundenlang auf ihrem Stammplatz auf dem Sofa dösen können.

In ihrer Heimat gehört die Futterreduktion oft zum Teil der Erziehung, aber auch das Leben als Straßenhund ist für Galgos häufig mit Hunger verbunden. Daher sind viele Galgos, die aus Spanien nach Deutschland kommen, regelrechte Müllschlucker und fressen alles, was ihnen zwischen die Backen kommt. Mülleimer sollten daher gut verschlossen sein, Leckerli-Tüten, Cornflakes-Packungen und frisch gebackene Kuchen sollten außer Reichweite aufbewahrt werden.

Gegenüber Artgenossen sind Galgos in der Regel sehr sozial und gut verträglich. Sie reagieren neugierig und offen auf andere Hunde, und verstehen sich meistens auf Anhieb mit ihnen.

Mit den Menschen in ihrem Rudel bauen Galgos in der Regel eine enge Beziehung auf. Aufgrund der sensiblen Verhaltensweise, kann der Kontakt mit tobenden Kindern unangenehm für den Galgo sein. Bei fremden Menschen legen die Windhunde oft eine angeborene Vorsicht an den Tag. Sie reagieren dann zurückhaltend und schüchtern. Haben sie aber Zeit den Menschen kennenzulernen, dann tauen sie meist schnell auf.

Aufgrund ihrer Herkunft vertragen die Galgos warme Temperaturen, wie im Sommer sehr gut. Im Winter kann es den schlanken Sensibelchen schon einmal zu kalt werden. Da sie kein Unterfell besitzen brauchen sie bei kalten Temperaturen wärmende Hundemäntel.

Viele Galgos, die aus Spanien nach Deutschland gerettet werden, haben in ihrer Heimat schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und sind traumatisiert, was sich auch in ihren Verhaltensweisen niederschlagen kann, beispielsweise Angst vor Männern. Oft braucht es viel Geduld, um Vertrauen herzustellen und Ängste zu nehmen. Daher ist es wichtig, sich vor der Adoption über die Vorgeschichte des Hundes zu informieren, und sich bewusst auf einen Hund und seine Probleme einzulassen.

Autor: Stefan Servos

Stand: 16.06.2017, 10:00

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

Neuester Kommentar von "Angelika", 19.06.2017, 12:41 Uhr:

Es sind spezielle Hund ganz sicher. Aber sanft nur als Einzelhund oder Zuhause. Im Rudel sind diese Hunde nicht gerade nett. Dann wird geschlossen auf andere Hunde los gegangen und auch zugelangt. Wer einmal einem Rudel von diesen Hunden begegenet ist dürfte gleiche Erfahrung gemacht haben. Es gibt auch Besitzer solcher Rudel die genau das Verhalten bestätigen- sie mobben. Das ist aber kein Grund diesen Tieren dermaßen Übles anzutun und es gehört auch bestraft Nur sollte man die Hunde und Ihre Eigenschaften auch so dar stellen wie sie wirklich sind. Und nicht als Softhund vermitteln.

Kommentar von "Fritz Barth", 18.06.2017, 19:15 Uhr:

Es wäre wünschenswert bei so grausamen Filmaufnahmen auch zu Erfahren wie mit den brutalen und höchst kriminellen Meschen umgegangen wir . Erfolgte eine Anzeige und hat es auch Verurteilungen gegeben.So ist es sehr unbefriedigend solche abscheulichen Berichte sehen zu müssen.Danke an die vielen Helfer für diese geschundenen Hunde. Kann man nicht den spanischen Staat verklagen wegen Verstoßes des europäischen Tierschutzgesetzes

Kommentar von "Doris Knitter", 17.06.2017, 22:05 Uhr:

Seit 11 Jahren haben wir eine Galga. Es sind sehr spezielle Hunde, das stimmt. Aber es gibt sehr viele Menschen die sich an der Optik der Hunde stören, beleidigend und ausfallend werden. Galgos sind sehr sanfte Hunde die zb bei Auseinandersetzungen zur Flucht neigen. Diese wunderschönen Wesen werden in Spanien und anderen Ländern ausgebeutet, misshandelt und hingerichtet. Es wird langsam mal Zeit das die EU zeigt das sie auch für geschundene Tiere da sind und dem Entsprechend Gesetze erlassen.

Kommentar von "N.R.", 17.06.2017, 19:59 Uhr:

Ein sehr ergreifender Bericht ! Vielen Dank an Loli Cantero und ihrem Team für diese tolle Tierschutzarbeit ! Toll, daß es solche Menschen gibt !