Tierschutzverein ALBA Madrid – Lichtblick im Tierschutz

Tierschutzverein ALBA Madrid – Lichtblick im Tierschutz

Wenn es um Tierschutz im Ausland geht haben Tierfreunde sofort die Bilder hilfloser, misshandelter Tiere in Not vor Augen. Deprimierende Bilder aus vielen Ländern Europas, überfüllte Tierheime in desolatem Zustand und überforderte Tierschützer, die am absoluten Limit arbeiten, prägen das Bild des Auslandstierschutzes. Es fehlen Gelder und der Staat kümmert sich nicht. Da ist der Tierschutzverein ALBA Madrid in Spanien ein Lichtblick.

Eine Wohlfühloase für Mensch und Tier

Eine Mitarbeiterin von ALBA informiert zwei Interessenten

Tierschützer informieren Bürger über die Adoption von Tieren

Umso erfreulicher sind die Eindrücke des spanischen Tierschutzvereines ALBA Madrid: Das Tierheim sonnig gelb gestrichen, überall Blumen und Sitzecken, mit vorbildlichen Zwingern und Ausläufen, Katzenzimmern, Quarantänestationen und modernsten Klinikräumen. Drei Tierärzte und mehrere Pfleger kümmern sich um rund 120 Hunde und Katzen. Für die Vermittlung werden die Tiere gut vorbereitet und die neuen Besitzer sorgfältig ausgesucht. Junge Leute kommen regelmäßig, um mit den Hunden spazieren zu gehen, zu spielen und schmusen – Menschen, die Hoffnung für die Zukunft des Tierschutzes in Spanien machen.

ALBA Tierschützer unterwegs

Auch wenn sich einiges verbessert hat – noch immer erreichen ALBA Madrid täglich Dutzende Anrufe von ausgesetzten Tieren und Notfällen, die auch versorgt werden. Zudem fangen die Tierschützer herrenlose Tiere und Hunderte Katzen im Jahr ein, um sie kastrieren zu lassen und in ihrem Revier wieder auszusetzen. Auch betreut ALBA Tiere mittelloser Personen, macht Aufklärungsarbeit in Schulen und der Öffentlichkeit. Denn die Mentalität der Menschen im Umgang mit Tieren zu verändern hat für ALBA oberste Priorität. Dazu gehört auch der Kampf gegen den blutigen Stierkampf im Land.

Pionierarbeit in Spanien

Zwei Polizisten übergeben einen Hund an eine Frau vom Tierschutz

Die Polizisten haben einen Hund eingefangen und ALBA um Hilfe gerufen

Vorbildlich ist auch die Zusammenarbeit mit den spanischen Behörden. Von einigen Gemeinden Madrids wird der Verein mittlerweile sogar beauftragt, sich um die herrenlosen Tiere zu kümmern. Zuvor machten diesen Job Firmen, die die Tiere einfingen und einschläfern ließen. ALBA pflegt auch intensiven Kontakt zu Politikern und hat mittlerweile eine Stimme im Stadtrat. Anfang 2017 gelang ein Durchbruch: Ab sofort ist im Raum Madrid das Einschläfern von Tieren in Perreras (Tierheimen) verboten. Jetzt gilt es, die spanische Bevölkerung davon zu überzeugen, kein Tier mehr auszusetzen und auch mal eins aus dem Tierheim zu adoptieren. Um die Tiere der Bevölkerung vorzustellen, hat die Stadt dem Madrider Tierschutzbund, zu dem ALBA gehört, einen Pavillon in zentraler Stadtlage zur Verfügung gestellt.

Spanisch- deutsches Tierschutznetzwerk

Gut 500 Mitglieder unterstützen ALBA, darunter viele deutsche Tierfreunde und Partnervereine. Die Spenden und Adoptionen ermöglichen es dem Verein handlungsfähig zu bleiben und täglich neue Tiere in Not von der Straße zu holen. 550 Hunde konnte der Verein allein 2016 retten und vermitteln, sowie 1.400 Katzen, von denen viele nach der Kastration wieder ausgesetzt wurden. ALBA arbeitet daran, mehr Tiere in Spanien zu vermitteln. Aber noch ist die Nachfrage zu gering und der Verein auf die Vermittlung nach Deutschland angewiesen.

Autorin: Christiane von Schwind

Stand: 26.01.2017, 17:10

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

Neuester Kommentar von "Emma F.", 02.02.2017, 22:42 Uhr:

Wir haben eine erwachsene Galga von ALBA adoptiert, über den deutschen Tierschutzverein Far from Fear. Das ist jetzt 10 Jahre her. Unsere Galenita ist eine tolle Hündin und war schon immer eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Wenn unser altes Ömchen nicht mehr da sein wird, dann werden wir mit Sicherheit einen anderen Galgo ein Körbchen anbieten. So viele dieser sensible Wesen werden leider jedes Jahr von den Jägern ausgesetzt. Ich habe große Achtung für die Mitarbeiter und Freiwillige die bei Alba und bei Far from Fear tätig sind. Die Zustände in Spanien sind schon öfters zum Verzweifeln, "Dank" so machen schwarzen Schafe. Da muss man Nerven haben um beim Tierschutz auszuhalten und nicht von lauter Verzweifelung wegzulaufen.

Kommentar von "Eva", 30.01.2017, 21:25 Uhr:

Solange die Tiereim Ausland (Polen, Rumänien usw.) keine Chance auf eine Vemittlung haben, sollte man die Tiere ins Ausland holen. Die meisten Vereine arbeiten auch daran, die Verhältnisse vor Ort zu verbessern. Und alle die gegen die "Importe" sind können den Vereinen vor Ort ja helfen. Geldspenden ist ganz einfach. In ganz Europa sollte die Vermehrung und vor allem das Töten (Frankreich, Belgien, Dänemark usw.)verboten werden. Wie armselig die Menschen sich gegenüber ihren Mitgeschöpften/ anderen Lebewesen benehmen, kann man in dem BuchW Wolf, Bela F. : Tipps vom Hundedoktor: Gesunde und glückliche Hunde müssen nirgends durch!" Empfehle ich auch Frau Sombecki und dem Team von TseZ.

Kommentar von "Kerstin Kruse", 30.01.2017, 07:37 Uhr:

Wir haben auch eine Katze aus dem Auslandstierschutz. Zu der Spanierin, die sie gerettet und aufgezogen hat, haben wir noch immer Kontakt. Ohne sie würde unsere Angy nicht mehr leben. Sie hat ihr eine zweite Chance geschenkt. Ich kann nicht sehen, was daran schlecht sein soll. Ich würde mich ruhigen Gewissens immer wieder für eine Katze aus dem Ausland entscheiden. Klar bekommt man so ein bißchen die Katze im Sack, da man sich vorher ja nicht kennenlernen kann, aber wenn man sich dessen bewusst ist und es auf der anderen Seite einen verlässlichen und verantwortungsbewusst Partner gibt, ist dies ein kalkulierbares Risiko. Wir haben diese Entscheidung nie bereut!!!

Kommentar von "Petra Hellwig ", 29.01.2017, 20:23 Uhr:

Ich kann die Diskussion über Tiere aus dem Ausland nicht verstehen. Menschenrechte und Menschenhilfe hören doch auch nicht an der deutschen Grenze auf. Wieso soll es bei unseren Mitbewohnern anders sein ?

Kommentar von "Renate Steger-Göbel", 29.01.2017, 19:58 Uhr:

Eine tolle Organisation, die großartige Arbeit leistet. Von der ALBA kam Bigotudo, unser erster Hund , ein wunderbarer Schatz, der leider inzwischen -nach 10 glücklichen Jahren -nicht mehr lebt. Ich würde jederzeit wieder einen Hund aus dem Ausland ( von ALBA)adoptieren Den Mitarbeitern von ALBA vielen Dank für ihr unermüdliches Engagament und herzliche Grüße

Kommentar von "Helga Balmer", 29.01.2017, 19:47 Uhr:

Danke für diesen Beitrag, mein Hund Moritz ist im Mai 2015 bei Murcia an der Autobahn entlaufen und mit Hilfe von Anwohnern konnte ich ihn nach 5 Tagen wieder mit nach Hause nehmen. So kann ich mich endlich bei den Menschen in Spanien bedanken und etwas für ihre Tiere tun. Helga mit Chanel und Akasha

Kommentar von "Michael Mayer", 29.01.2017, 19:30 Uhr:

Hallo. Ich möchte hier was zum Thema ALBA in Madrid sagen. Wir können dieser Organisation gar nicht genug danken für ihre hervorragende Arbeit die geleistet wird. Wir haben 2009 über die Hundehilfe Pfalz, die ganz eng mit ALBA zusammen arbeitet, einen siebenjährigen Deutschen Kurzhaar Rüden von ALBA aufgenommen. Dieser Hund war das größte Geschenk für uns und wir haben ihm alle Liebe dieser Welt gegeben. Er hat es uns so gedankt mit seiner unendliche Treue und Liebe. Nach zwei Jahren hatten wir in unserem Raum ein Treffen mit allen Hunde, die von ALBA nach Deutschland kamen. Auch die Leiterin von ALBA war extra aus Spanien angereist und hat jeden Hund gekannt. Dieser Tag war unvergesslich für uns. Unser Hund (Carlos) musste wir im Juli 2016 schweren Herzen wegen Altersschwäche auf Anraten unseres Tierarztes einschläfern. Diesen Verlust haben wir bis heute noch nicht verkraftet, aber wir wissen das es ihm jetzt gut geht. Wir haben ihn feierlich begraben und ein schönes Grab erstellt ...

Kommentar von "Renate Engel ", 29.01.2017, 19:12 Uhr:

Ich bin überglücklich, dass sich jetzt auch in Spanien etwas ändert. Ich selbst besitze 2 Hündinnen aus Zypern und 4 Katzen aus Rumänien. Tiere brauchen überall Schutz, egal wo. Und je brutaler ihr Umfeld mit ihnen umgeht, desto größer ist ihr Anspruch auf Hilfe. Ich habe NUR Freunde an meinen Tieren, jeden Tag! PS: Ich bin Dolmetscherin für Rumänisch. Das große Tierheim in Pite?ti wird Sme - ura ausgesprochen, (nicht Smoira) das heißt Himbeere :0) Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg, Ihre Renate Engel