Ein Film von Marc Schlömer

Pancho Arena in Felcsut

Monumentale Sportförderung

Ein Film von Marc Schlömer

Ungarns umstrittener Präsident Viktor Orban hat sich in sein Heimatdorf Felcsút ein ultramodernes Fußballstadion bauen lassen, nur wenige Meter von seinem Wohnhaus entfernt. Das Projekt kostete offiziell rund 13 Millionen Euro und wurde überwiegend aus einer Art Sondersteuer für "beliebte Mannschaftssportarten" finanziert. 

Felcsút, ein kleiner Ort in der nordungarischen Region Mitteltransdanubien, war bislang nur aus einem Grund bekannt: Das Dorf ist der Heimatort des ungarischen Präsidenten Viktor Orban, der dort immer noch ein Landhaus besitzt. Seit April aber gibt es eine zweite Attraktion: Direkt neben seinem Feriendomizil hat Orban ein ultramodernes und architektonisch herausragendes Fußballstadion bauen lassen. Die Kosten von rund 13 Millionen Euro wurden größtenteils durch eine Art Sondersteuer für "beliebte Mannschaftssportarten" finanziert.

Viktor Orban

Hinter dem Stadionbau steht Ungarns umstrittener Präsident Viktor Orban

Während Orban das Stadion für ein gelungenes Projekt hält und es an Ostern mit großem  Pomp und einem internationalen Turnier einweihte, stehen die politische Opposition in Ungarn und viele Bürger Felcsúts dem Stadion fassungslos gegenüber. Betrieben wird es von der von Orban gegründeten "Ferenc Puskas Fußballakademie" für junge Fußballer. Akademie-Präsident ist der Bürgermeister von Felcsút, ein alter Freund und Parteigenosse Orbans. Mit einer Gruppe weiterer befreundeter Familien hat Orban in den vergangenen Jahren jede Menge Land in Felcsút gepachtet und alteingesessene Bauern dadurch verdrängt. Kritiker sehen in Orbans Stadion ein Sinnbild für das rücksichtslose Verhalten der Führungselite Ungarns und deren fehlendes Bewusstsein für die Nöte und Bedürfnisse der Bevölkerung. 

Stand: 26.10.2015, 07:00

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