Ein Film von Matthias Wolf

Fußballtraining auf Kunstrasenplatz

Wenn Sportlärm zum Problem wird

Ein Film von Matthias Wolf

Immer mehr Sportanlagen dürfen nur noch eingeschränkt genutzt werden, weil Anwohner sich gestört fühlen. Grund dafür ist die steigende Zahl der Kunstrasenplätze, die sehr hohe Nutzungszeiten ermöglichen. Wenn sie aber Asche- oder Naturrasen-Beläge ersetzen, können die Höchstwerte für die Lärmemissionen deutlich sinken und die Klageaussichten für die Anwohner erhöhen. Deshalb will das Umweltministerium die Sportanlagenlärmschutzverordnung reformieren.

Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf aus Brandenburg ist ein Verein mit 650 Mitgliedern. Es gibt 27 Mannschaften, für die zwei Naturrasen- und ein Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen. Gespielt wird fast immer, 365 Tage im Jahr – zum Leidwesen der Anwohner, die das Fußballspielen als Lärmbelästigung empfinden. Anwohner, Verein und Vertreter der Stadt kommunizieren seit Jahren fast nur noch über ihre Anwälte miteinander. Die städtische Sportanlage existiert seit mehr als 75 Jahren. Doch seit vor 15 Jahren Kunstrasen verlegt wurde, wird der Platz deutlich öfter und länger genutzt – sehr zum Ärger der Anwohner, die den in ihren Ohren unerträglichen Lärm nicht hinnehmen möchten.

Sportplatz vor Hochhaus

Je dichter die Sportplätze an Wohngebieten sind, umso größer die Probleme mit der Nachbarschaft

Die Probleme des SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf haben laut einer DFB-Umfrage viele Vereine in Deutschland. Hauptgrund für den Ärger mit den Anwohnern ist die Verlegung von Kunstrasen. Gut für die Vereine ist, dass der Platz intensiver genutzt werden kann, als ein Asche- oder Rasenplatz. Der Nachteil ist allerdings: Er gilt als komplett neuer Sportplatz und die Sportanlagenlärmschutzverordnung wird von den Gerichten je nach Bundesland unterschiedlich ausgelegt. Oft wird ein Sportverbot nach 20 Uhr durchgesetzt und die Einhaltung der erlaubten Nutzungszeiten sogar per Video überwacht. Die Vereine pochen darauf, mit ihrem Sportangebot wichtige Sozial- und Integrationsarbeit zu leisten. Die Kommunen sind oft gezwungen, teure Lärmschutzwände zu bauen, die zu Lasten der Steuerzahler gehen. Deshalb fordern die Vereine und Verbände, die Sportanlagenlärmschutzverordnung zu reformieren. Das Umweltministerium ist gerade dabei, entsprechende Gesetzesvorlagen auszuarbeiten.

Stand: 04.09.2015, 07:00

Unsere Videos