Ein Film von Marc Schlömer

Zuschauer auf dem Rasen des Stade de France

Ohne Sicherheitsgarantie

Ein Film von Marc Schlömer

Nach den Terrorattacken von Paris mit über 130 Toten und mehr als 350 zum Teil schwer Verletzten wird klar, dass Sport-Großveranstaltungen verstärkt als Bühne missbraucht werden können. Große internationale Meisterschaften und Olympische Spiele werden deshalb wohl noch mehr zu Hochsicherheits-Events. Doch letzte Sicherheit kann im Grunde niemand wirklich garantieren.

Nach den Terroranschlägen von Paris stellt sich mehr denn je die Frage: Wie können Sportgroßveranstaltungen vor Terror geschützt werden? Frankreich – das stellte das EM-OK schnell klar – wird die EM 2016 nicht absagen, um sich nicht dem Terrorismus zu beugen. Sicherheitsexperten loben die Standards in den französischen Stadien, doch auch sie können bei öffentlichen Versammlungen größerer Menschenmengen keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Sport-Großveranstaltungen werden daher in Zukunft wohl noch mehr zu Hochsicherheits-Events als bisher, weil die Gefahr besteht, dass sie von Terroristen verstärkt als Bühne missbraucht werden können.

Helmut Spahn

Der ehemalige DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn leitet die Firma ICSS, die Sicherheitskonzepte für Sportgroßveranstaltungen entwickelt und umsetzt

An der Unsicherheit von Veranstaltern und Besuchern verdienen private Sicherheitsfirmen sehr gut. Zum Beispiel die Organisation ICSS mit Sitz in Katar, die auf Sportgroßveranstaltungen spezialisiert ist und der Helmut Spahn, der ehemalige Sicherheitschef des DFB vorsteht. Beraten hatte ICSS bei der EM 2012 in Polen und in der Ukraine, die Stadien dort in verschiedene Sicherheitszonen eingeteilt. Innenraum und Zuschauerbereich wurden von privaten Unternehmen kontrolliert. Nur in Ausnahmefällen sollte die Polizei eingreifen. Die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2012 in London bemühten sogar das Militär. Auch in Rio wird das nächsten Sommer wieder so sein. Fast die Hälfte der 85.000 Sicherheitskräfte werden Soldaten sein. In Frankreich soll zur EURO die Anzahl der Sicherheitskräfte erhöht werden und während des Turniers möglicherweise Grenzkontrollen durchgeführt werden. Ein Restrisiko aber wird bleiben.

Stand: 16.11.2015, 16:00

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