Ein Film von Robert Kempe

Olympiafahne und Hamburgfahne

Stadt, Land, Bund

Ein Film von Robert Kempe

Wer zahlt für Olympia 2024 in Hamburg? Die hanseatische Bewerberstadt sieht ihre Schmerzgrenze bei 1,2 Milliarden Euro aus Steuergeldern und geht gleichzeitig von einem 6,2-Milliarden-Zuschuss vom Bund aus. Doch im politischen Berlin hält man das in dieser Höhe für nicht realisierbar. Und das Bundesinnenministerium moniert, dass wichtige Informationen aus Hamburg noch ausstehen, um das Finanzzahlenwerk abschließend prüfen zu können. Und das alles wenige Tage vor Ablauf des Referendums.

Wenige Tage vor Ablauf des Referendums in Hamburg über Olympia 2024 hat das Bundesinnenministerium (BMI) noch nicht alle Informationen vorliegen, um die Finanzplanung der Hansestadt abschließend prüfen zu können. Die "dafür notwendigen Unterlagen aus der Hansestadt" gingen im BMI "sukzessive ein; einige wichtige Informationen stehen noch aus", teilte das Ministerium der WDR-Sporthintergrundsendung "sport inside" auf Anfrage mit. Man sei an einem "zügigen Abschluss interessiert".

Hamburg geht in seiner Finanzplanung für mögliche Olympische Spiele 2024 von Gesamtkosten in Höhe von 11,2 Milliarden Euro aus, von denen die Hansestadt maximal 1,2 Milliarden selbst tragen will. Vom Bund hat man in Hamburg fest einen Beitrag in Höhe von 6,2 Milliarden Euro eingeplant. Das für Sport zuständige BMI will jedoch wissen, welche Kostenbestandteile der allgemeinen Stadtentwicklung und welche ausschließlich olympiabedingt notwendigen Projekten zuzuordnen sind.

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Das BMI will unabhängig davon keine unbegrenzten Finanz- und Haftungsgarantien für die Spiele 2024 abgeben, wie sie das IOC vom Ausrichter Olympischer Spiele im sogenannten Host City Contract verlangt. Man fühle sich selbstverständlich an die sogenannte Berliner Erklärung der 5. UNESCO-Weltsportministerkonferenz gebunden, teilte eine BMI-Sprecherin sport inside mit. In dieser Erklärung hatten sich die Sportminister unter anderem auf die Beschränkung der finanziellen Haftung des Gastgeberlandes bei Sport-Großveranstaltungen, einschließlich Finanzgarantien, verständigt. Die Hamburger Senatskanzlei wies "sport inside" gegenüber darauf hin, dass der Host City Contract mit den IOC nicht verhandelbar sei.

Stand: 20.11.2015, 07:00

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