Ein Film von Matthias Wolf

Raheem Sterling

Tiger aus Papier

Ein Film von Matthias Wolf

Mit dem Financial Fair Play hatte die UEFA der Schuldenwirtschaft im europäischen Profifußball den Kampf angesagt. Doch der Druck von einigen Großklubs und ein laufendes Gerichtsverfahren auf europäischer Ebene ließen den Verband einknicken. Die Regeln wurden so sehr verwässert, dass problemlos wieder Milliarden fließen können.

Auch in der soeben abgelaufenen Transferperiode haben die großen und reichen Klubs Europas wieder für Milliarden eingekauft. Manchester City verpflichtete Wolfsburgs Kevin De Bruyne für 75 Millionen Euro, Liverpools Raheem Sterling für 63 Millionen. Paris St. Germain holte ebenfalls für 63 Millionen Euro Angel di Maria von Manchester United. Ein Jahr zuvor war dieser Transfer noch am Financial Fairplay der UEFA gescheitert. Doch das Instrument, mit dem die UEFA der Schuldenwirtschaft im europäischen Profifußball den Kampf angesagt hatte, wurde weichgespült. Zuvor galt, dass nur vorher erwirtschaftetes Geld auch ausgegeben werden darf. Nun erlaubt der Verband den Klubs freiwillige Vereinbarungen, die angeblich sorgfältig überwacht werden.

PSG-Geschäftsführer Nasser Al-Khelaifi

PSG-Geschäftsführer Nasser Al-Khelaifi hat stets gezeigt, wie wenig er vom Financial Fairplay hält

In Wahrheit aber torpediert der Kurswechsel das bisherige Bestreben der UEFA, den Einfluss potenter Sponsoren einzudämmen. Die Finanziers besitzen wieder Narrenfreiheit. Vor allem in England kaufen viele Fußball-Firmen ungeniert ein. Ihre Maßlosigkeit können sie gegenüber der UEFA nun per Selbstanzeige begründen, als Vorgriff auf die Fernseh-Milliarden, die ab der nächsten Saison in die Premier League fließen. Offenbar ist die UEFA unter dem Druck der Großklubs und in Anbetracht eines auf europäischer Ebene laufenden Gerichtsverfahrens eingeknickt. Auch im vergangenen Jahr noch ausgesprochene Strafen wurden mittlerweile fallen gelassen.

Stand: 11.09.2015, 07:00

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