Ein Film von Florian Riesewieck

E-Sportler bei Turnier

Darf das Sport sein?

Ein Film von Florian Riesewieck

Computerspiele sind ein Massenphänomen: Wenn die weltbesten Spieler des sogenannten e-sports aufeinander treffen, füllen sie mittlerweile die größten Hallen der Welt und spielen um Millionen. Das Potential ist riesig – aber ist e-sport tatsächlich Sport? Experten und manche Dachverbände sagen ja – der DOSB ist sich nicht so sicher.

Wenn die besten Computerspieler "League of Legends" oder "Counter Strike" gegeneinander spielen, dann verfolgen das weltweit bis zu 1,3 Millionen Fans im Internet live mit. e-Sportler werden von ihrer Anhängerschaft gefeiert wie Popstars, sie sind Helden aus einer komplett neuen Welt. Der e-Sport hat eine enorme Entwicklung hinter sich. Wo früher oft nur eine Handvoll Zuschauer den Weg zu den Veranstaltungen fanden, kamen kürzlich zu einem Event in Köln knapp 10.000 Zuschauer. Die Internet-Plattform, die die Spiele zeigt, ist gerade für fast eine Milliarde US-Dollar an Amazon verkauft worden. Große Konzerne agieren als Sponsoren. Das Preisgeld beim größten Turnier der Welt in Seattle beträgt 18 Millionen Dollar. Die Spieler, meistens junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren verdienen ein stattliches Jahresgehalt und sind in Teams organisiert.

ausverkaufte Kölner Lanxess Arena bei e-Sport-Turnier

Die Turniere der e-Sportler – wie hier in der Lanxess Arena in Köln – sind zum Massenphänomen geworden

Der e-Sport ist ein Milliarden-Geschäft, aber ist er auch Sport? Wenn man die Belastung der Spieler betrachtet, offenbar schon: Forschungsergebnissen der Deutschen Sporthochschule in Köln zufolge, ist die Stressbelastung der e-Sportlers groß – vergleichbar mit einem Sport wie Bogenschießen. Auch die Herzfrequenz und die Bewegungsanforderungen sind hoch. Rund 140 Herzschläge und bis zu 400 Bewegungen pro Minute – eine hohe körperliche Beanspruchung. So hoch, dass es in Köln sogar erstmals in der Geschichte des E-Sports Dopingproben gab. Speicheltests, die knapp 300 verbotene Mittel erkennen sollen. Der Deutsche Olympische Sportbund verweigert den e-Sportlern noch die Anerkennung als Sport. Den Organisatoren des e-Sports ist es egal, sie setzen darauf, dass ihr Produkt auch ohne den Dachverband den gesellschaftlichen Durchbruch schafft und irgendwann so groß wird wie der Fußball.

Stand: 16.10.2015, 07:00

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