Gasgrills - praktisch, aber nicht ungefährlich

Gasgrills - praktisch, aber nicht ungefährlich

Von Michael Bisping

Gasgrills gibt es schon ab etwa 70 Euro für das Einsteigermodell bis hin zu mehreren tausend Euro für die komfortablen „Außenküchen“. Befeuert werden sie mit einer angeschlossenen 5-Kilo- oder 11-Kilo-Propangasflasche. Und die birgt auch die größten Gefahren. Experten kritisieren Sicherheitsmankos bei fast allen Modellen. Sie vermissen bei Gasgrills für den Privatgebrauch zwei wichtige Sicherheits-Features:

Doppelter Druckregler: Um den Gasdruck aus der Flasche kontrollierbar zu machen, so dass er nicht mit voller Wucht aus dem Grill schießt, wird ein flacher, sogenannter einfacher Druckregler mitgeliefert. Der wird zwischen Gasflasche und Schlauch verschraubt und reduziert den Gasdruck auf ein benutzbares Maß. Doch Experten halten diesen einfachen Druckregler für nicht sicher genug. Denn fallen sie zum Beispiel durch eine Blockade aus (etwa weil sich beim Anschließen an die Flasche Schmutz in ihnen angesammelt hat), gibt es keinen Mechanismus, der die Gaszufuhr dann noch regeln kann oder unterbricht. Die Folge ist, dass das Gas mit ungehemmtem Druck in den Grill schießt und dort eine gefährliche Stichflamme entfacht.

Nahaufnahme eines Gasflaschenanschlusses

Der mitgelieferte Druckregler bei Gasflaschen ist oftmals nicht sicher genug.

Schlauchbruchsicherung: Zudem sollte auch eine Schlauchbruchsicherung zwischen Schlauch und Gasflasche angebracht sein. Ist ein Schlauch undicht, so dass Gas entweichen kann, unterbricht die Schlauchbruchsicherung automatisch die Gaszufuhr.

Eine Gasflasche brennt.

Grillen mit Gas kann eine gefährliche Angelegenheit sein. Eine Schlauchbruchsicherung sorgt für mehr Sicherheit.

Tipp: Doppelten Druckregler und Schlauchbruchsicherung nachrüsten

Sichere Abhilfe schaffen sogenannte „doppelte Druckregler“ mit Überdrucksicherung. Im Gegensatz zu den einfachen Ausführungen haben sie zwei Druckkammern: Fällt die eine durch eine Blockade aus, greift die andere, und der Druck aus der Flasche bleibt unverändert schwach, ein plötzlicher Gas-Ausstoß ist ausgeschlossen.

Oft ist in diesen doppelten Druckreglern eine Schlauchbruchsicherung schon integriert. Falls nicht, lässt sich das gut sechs Zentimeter lange, schlanke Messingteil problemlos zwischen Gasflasche und Druckregler verschrauben. Kosten für eine solche einfache Nachrüstung von doppeltem Druckregler und Schlauchbruchsicherung liegen bei etwa 35 Euro.

Im Vordergrund die aufgerüstete Gasflasche, im Hintergrund sitzen Menschen an einem Tisch im Freien.

Wer beim Gasgrillen auf Nummer sicher gehen will, sollte unbedingt nachrüsten: Doppelter Druckregler und Schlauchbruchsicherung sind ein Muss.

Sicherheits-Tipps zum Umgang mit Gasgrills

Abgesehen von der empfohlenen Nachrüstung mit Schlauchbruchsicherung und doppeltem Druckregler gibt es weitere Tipps, wie man das Gasgrillen zu einem sicheren Vergnügen macht:

  1. Kontrollieren Sie mit Seifenlauge, ob alle Verschraubungen dicht sind. Wenn Sie den Schlauch mit der Gasflasche/dem Druckregler verbinden, ziehen Sie die Verschraubungen sehr fest und kontrollieren Sie, ob alles dicht ist. Besprühen Sie die Verschraubungen mit Seifenlauge. Wenn sich keine Blasen aufwerfen, ist alles dicht
  2. Öffnen Sie immer erst die Klappe, dann den Gashahn. Zwar sind die Grillschalen in modernen Gasgrills auch bei geschlossenem Deckel durch Öffnungen und Ritzen belüftet, dennoch kann sich bei geschlossenem Deckel Gas unter der Haube sammeln. Wird es dann entzündet, kann sich plötzlich eine Stichflamme bilden. Besser ist es also, erst den Deckel zu öffnen, dann den Gashahn aufdrehen.
  3. Tauschen Sie regelmäßig den Schlauch aus. Achten sie auf die Qualität des Schlauches. Bei starker Beanspruchung und falscher Lagerung kann ein Schlauch porös werden, spätestens alle zehn Jahre muss er ausgetauscht werden - das Herstellungsdatum ist aufgestempelt. Lagern sie den Schlauch kühl, nicht zu trocken und dunkel.
  4. Gasflasche nie in geschlossenen Räumen lagern. Lagern Sie die Gasflasche nach dem Grillen nicht in einem geschlossenen Raum, sondern an einem offenen, aber nicht zu warmen und sonnigen Ort, zum Beispiel hinter einer Garage.
  5. Wenn es tatsächlich brennt: Gasflasche abdrehen. Sollte tatsächlich einmal an Gasflasche oder Grill Gas austreten und anfangen zu brennen, besteht im Regelfall keine Explosionsgefahr. Die Flasche selbst kann nicht in die Luft fliegen. Damit das Feuer schnell gelöscht werden kann (und zum Beispiel der Schlauch nicht anfängt zu brennen), ist die erste Maßnahme: Den Gashahn und somit den Nachschub abdrehen. Dafür sollte man sicherheitshalber immer einen Handschuh oder ein Tuch parat haben, falls das Feuer ausgerechnet direkt an der Gasflasche austritt und der Gashahn sich erhitzt hat.
Protagonist grillt an einem Gasgrill im Garten.

Wer beim Grillen Vorsicht walten lässt, kann daraus ein sicheres Vergnügen machen.

Stand: 08.06.2016, 16:00