Fünf Fallen auf dem Wohnungsmarkt

Fünf Fallen auf dem Wohnungsmarkt

Von Tobias Spelz

Rund neun Millionen Wohnungen gibt es in NRW, doch der Wohnungsmarkt ist angespannt – zu viel Nachfrage für zu wenig Angebot. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe oder der Traumwohnung sind wir anfällig für falsche Versprechen und lassen uns zu Verträgen hinreißen, die wir später bereuen.

Falle 1: Fake-Anzeigen

Die Anzeigen klingen verlockend, doch es ist eine perfide Masche: Betrüger inserieren attraktive Angebote auf Immobilien-Portalen und warten auf ihre Opfer. Schreibt man den vermeintlichen Vermieter an, tischt dieser eine Geschichte auf, dass der Kontakt nur per Mail und Post laufen kann. Die ersten Monatsmieten und die Kaution soll man überweisen, dann – so heißt es – erhält man die Schlüssel und den Mietvertrag. Doch in den meisten Fällen sieht man sein Geld nie wieder.

Eine profitable Masche - Portale löschen zwar solche Fake-Anzeigen, sobald sie bemerkt werden. Allerdings versuchen es Betrüger jeden Tag erneut. Hier gilt: nicht blind vertrauen und zu attraktive Angebote kritisch hinterfragen! Und vor allem kein Geld im Voraus überweisen, ohne dass man etwas in der Hand hat.

Falle 2: Makler-Falle

Wohnen in NRW - Maklertricks

Als Mieter mehr als zwei Kaltmieten an den Makler abdrücken? Das Bestellerprinzip soll genau das verhindern. Es bedeutet: Derjenige, der den Makler bestellt, zahlt ihn auch. Leider wird dieses Prinzip immer wieder umgangen. Zum Beispiel durch Besichtigungsgebühren, die für das Aufschließen und Zeigen der Wohnung genommen werden. Oder aber, in dem sich der Makler vom Kunden einen Suchauftrag ausfüllen lässt – auch wenn die Wohnung schon längst gefunden ist. Hier gilt: Finger weg von solchen Angeboten und lieber weitersuchen als unnötig Zeit und Geld zu verlieren – denn es gibt genug Makler, die seriös arbeiten.

Falle 3: Quadratmeter-Falle

Quadratmeter der Wohnfläche nachmessen

In jedem zweiten Mietvertrag lauern falsche Angaben – der Grund: die Wohnungsgröße ist falsch angegeben! Besonders ärgerlich, wenn man so jahrelang zu viel Miete für zu wenig Wohnfläche zahlt. Generell gilt: ab einer Abweichung von 15% kann man Miete zurückholen. Alles darunter muss der Mieter tolerieren. Ein Rechen-Beispiel: zahlt der Mieter durch falsche Angaben im Mietvertrag pro Monat 50 Euro zu viel Miete, kann er dies drei Jahre rückwirkend vom Vermieter zurückverlangen. In unserem Beispiel macht das 1800 Euro.

Falle 4: Mietmängel

zwei Frauen besichtigen eine Wohnung

Mietmängel sind ein besonders häufiger Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern. Wohnt man bereits in der Wohnung und hat mit Mängeln zu tun, kann man gegebenenfalls die Miete mindern. Schon bei der Wohnungsbesichtigung gilt allerdings: genau hinschauen und spätestens beim Einzug ein vernünftiges Übergabe-Protokoll machen. So kann festgehalten werden, welche Mängel schon vor Einzug bestanden und welche gegebenenfalls später hinzukamen. Für Mieter wie Vermieter ist dies gleichermaßen wichtig. Tipp für die Wohnungsbesichtigung: immer bei Tageslicht und am besten zu zweit.  

Falle 5: Umzugs-Falle

Umzugskartons

Neun Millionen Menschen ziehen jedes Jahr in Deutschland um. Und immer wieder fallen Betroffene auf unseriöse Umzugsunternehmen herein, die später den ausgemachten Festpreis um vieles überschreiten oder die Dienstleistung schwarz anbieten möchten. Hier gilt: am besten einen Termin zur Vorbesichtigung ausmachen. Dann wissen beide Seiten, was sie erwartet.

Einige Möbelunternehmen verlangen auch Zahlung per Vorkasse. So verliert man allerdings jegliches Druckmittel, wenn es während des Umzugs zu Unstimmigkeiten oder Änderungen kommt. Und auf jeden Fall auf einer Rechnung beharren – denn ohne Rechnung verliert man jegliche Ansprüche auf Gewährleistung, wenn durch den Umzug etwas kaputt gegangen ist.

Stand: 27.01.2017, 18:15