Fassadendämmung - ein milliardenschwerer Markt

Fassadendämmung - ein milliardenschwerer Markt

Dieter Könnes hat seine jahrelange Recherchen in der Dämmstoff-Industrie fortgesetzt, um die Frage zu beantworten: Wer profitiert vom massenhaften Verbrauch der Styropor- Dämmplatten? Und was kleben wir uns da eigentlich an unsere Wände?

Die Energiepreise steigen. Um effektiv Energie und Kosten zu sparen, werden deutsche Häuser seit vielen Jahren bereits energetisch saniert. Die Politik fördert diese Sanierungen massiv. Eine der häufigsten Maßnahmen ist die Dämmung der Hausfassaden. Rund eine Milliarde Quadratmeter sind in Deutschland bereits wärmegedämmt, der überwiegende Teil mit Platten aus Polystyrol, bekannter unter Markennamen wie „Styropor“. 80 bis 90 Prozent der Hausbesitzer entscheiden sich für diese Art der Fassadendämmung. Vor vier Jahren bereits begannen Dieter Könnes und seine Redaktion, zum Thema Fassadendämmung zu recherchieren – und schnell gab es Zweifel, ob Fassadendämmung wirklich immer und für jeden ein probates, kostensparendes Mittel ist.

Anders als die teure Mineralwolle, kann Polystyrol in Brand geraten.

Anders als die teure Mineralwolle, kann Polystyrol in Brand geraten.

Wer überlegt, sein Haus energetisch zu sanieren, sollte in jedem Fall den Rat eines unabhängigen Energieberaters suchen. Denn die Dämmung der Fassade ist oft nicht die energetische Maßnahme erster Wahl. Viele Experten raten zunächst die Sanierung des Dachs, der Kellerdecke und der Heizungsanlage zu prüfen.

Ein weiterer Aspekt: Es gab Fälle, in denen sich Wohnungsbrände über eine mit Styropor gedämmte Fassade auf das ganze Haus ausgebreitet haben. Denn anders als die teure Mineralwolle, kann Polystyrol in Brand geraten. Während im europäischen Ausland der Stoff Polystyrol als „brennbar“ klassifiziert wird, lautet die offizielle Einstufung in Deutschland lediglich „schwer entflammbar“, da dem Material Flammschutzmittel beigefügt werden, die das Brennen hemmen sollen. Öffentliche Gebäude dürfen übrigens nicht mit Polystyrol gedämmt werden, hier wird häufig auf (die teurere) Mineralwolle zurückgegriffen.

Stand: 17.03.2017, 18:15