Raumteiler selber bauen

Raumteiler selber bauen

Von Britt Vollmann

Raumteiler sind im Trend: Sie können große Räume zum Beispiel sinnvoll in Wohn- und Essbereich unterteilen. Außerdem sind sie extrem praktisch und bieten als Schrank oder Regal konzipiert jede Menge Stauraum. Heimwerker können hier selbst aktiv werden und ihren Raumteiler selber bauen.

Der hier gezeigte Raumteiler mit integrierter Glasschiebetür soll die Küche vom Wohn-Esszimmer abgrenzen. Gebaut wird er mit einem modernen Flachdübel-Verbindungssystem. Das Möbel ist übrigens auch wieder abbaubar und dadurch eine tolle Lösung für Bewohner von Mietwohnungen.

Bevor Sie mit dem Bau beginnen:

  • Machen Sie zuerst ein paar Entwürfe/Skizzen von Ihrem Raumteiler nach Ihren Wünschen.
  • Überlegen Sie, ob Türen, Durchgänge o. Ä. Benötigt werden, und planen Sie diese vorher ein.
  • Nehmen Sie alle relevanten Maße (Höhe, Breite, Tiefe) der zu schließenden Wand und schreiben Sie diese unbedingt genau auf.
  • Prüfen Sie, ob Sie in Wände und Fußboden bohren können (bei Fußbodenheizung darf nicht in den Fußbodenbelag gebohrt werden, um Leitungen nicht zu beschädigen).
  • Geben Sie ihre Skizze zum Schreiner ihres Vertrauens, der sie in einem entsprechenden CAD-Programm nachzeichnet.
  • Lassen Sie sich nach Ihrem Wunsch-Design und Maß eine Stückliste aller Einzelteile ausdrucken. Bei einem Raumteiler von etwa 3,50 Meter Breite x 2,20 Höhe mit Schränken und Regalen kommen schnell 100 Teile zusammen.
  • Sobald das bestellte Material geliefert wurde, überprüfen Sie anhand der Liste, ob alle Teile vorhanden und richtig bemaßt gefertigt wurden. Es nützt nichts wenn Sie voraussetzen, dass alles perfekt stimmt. Überprüfen Sie die Teile nicht vorher, könnten Sie hinterher Probleme bekommen, falls doch ein wichtiges Teil fehlt oder zu kurz/lang geraten ist.

Tipp: Bitten Sie den Schreiner der die Teile fertigt, sie mit durchnummerierten Aufklebern zu versehen; auch die Maße des Werkstücks sollten sich darauf wiederfinden. So können sie klar kontrollieren, ob alle Teile im richtigen Maß vorhanden sind. Je größer das Bauwerk ist, desto nützlicher ist solch eine akkurate Stückliste.

Hogräfer packt´s an: Raumteiler mit Pfiff

Bauanleitung

Bauanleitung - Sockel

Bauen Sie die Basis (den Sockel) auf Maß zusammen und setzen Sie dabei gleich die Innen-Einteilungen in der Breite der von Ihnen gewünschten Schränke, die später auf dem Sockel stehen werden. Verschrauben Sie alles gut (dabei unbedingt ein Winkeleisen benutzen!). <Zurück zum Beitrag>

Bauen Sie die Basis (den Sockel) auf Maß zusammen und setzen Sie dabei gleich die Innen-Einteilungen in der Breite der von Ihnen gewünschten Schränke, die später auf dem Sockel stehen werden. Verschrauben Sie alles gut (dabei unbedingt ein Winkeleisen benutzen!). <Zurück zum Beitrag>

Richten Sie den Sockel aus und fixieren Sie ihn mit Montagekleber punktuell auf dem Fußboden (wer keine Fußbodenheizung hat, darf schrauben!). Unterfüttern Sie Unebenheiten bei Bedarf mit Holzplättchen. <Zurück zum Beitrag>

Drei Schränke sowie zwei Oberlichtkästen im Baukastenprinzip (vier Seitenteile, eine Rückwand) zusammenbauen (die Oberlichtkästen bekommen Glas statt einer Rückwand). <Zurück zum Beitrag>

Eine Blende/Leiste links an der Wand mit Montagekleber fixieren und vorher ausrichten. Mittels Flachdübel-System Verbindung alle Schränke und den Sockel zum Zusammenstecken
vorbereiten (Schlitze fräsen, Flachdübel einseitig einleimen). <Zurück zum Beitrag>

Schränke der Reihe nach (von links nach rechts) auf den Sockel stellen und miteinander verschrauben (Winkeleisen zur Prüfung der rechten Winkel benutzen). <Zurück zum Beitrag>

Blenden-Seiten für den Türdurchgang montieren (rechts an der Wand, links am Schrank).
Oberlichtkästen auf die drei Schränke bzw. einen auf die Blenden-Seite stellen.
Oberlichtkästen von unten durch die hohen Schränke miteinander verschrauben. <Zurück zum Beitrag>

Oberlichtkästen mit Montagekleber auf der Oberseite mit der Decke verkleben (mit Spritzkartusche). Verwenden Sie Stützen, in dem Sie z. B. ein Brett in passender Höhe einschieben.
Jetzt wird die Führung für die Schiebetür an die Unterseite Schrank/Oberlicht montiert. <Zurück zum Beitrag>

Die Glasschiebetür einhängen, ausrichten und eine Bodenführung montieren. <Zurück zum Beitrag>

Leisten zur Aufdoppelung hinten an die Schrankseiten schrauben (mittig und unten) Rückwandverblendungen mittels Flachdübel-System in der Unterseite Schrank/Oberlicht fixieren.
Bei den Aufdoppelungen eine Lage (19 Millimeter) nicht an den Schrank, sondern an die Blende von hinten über den Stoß schrauben. Nach dem Einsetzen kann man durch den Streifen schrauben und zusätzlich unten offen (sichtbar) verschrauben.
Die Blenden werden dann auf der Längsfuge mit Flachdübeln verbunden. <Zurück zum Beitrag>

Glasleisten (6 Millimeter stark) auf Maß zuschneiden und in das Oberlicht schrauben (einseitig mit Vorlegeband). <Zurück zum Beitrag>

Glasscheiben einsetzen und die innen liegenden Glasleisten verschrauben.
Topfband-Scharniere in die Schranktüren einbohren, verschrauben und mittels Kreuz-Montageplatte die Türen in den Schränken anschlagen, ausrichten und festschrauben. <Zurück zum Beitrag>

Die „Push to open“-Beschläge in die Schränke montieren. <Zurück zum Beitrag>

Alle Anschlussfugen des Raumteilers rundherum mit Acryl verfüllen.
Den Sockel bei Bedarf mit Fliesenriemchen oder individuellem Belag verblenden. <Zurück zum Beitrag>

So gehen Sie beim Bau des Raumteilers vor:

  • Bauen Sie die Basis (den Sockel) auf Maß zusammen und setzen Sie dabei gleich die Innen-Einteilungen in der Breite der von Ihnen gewünschten Schränke, die später auf dem Sockel stehen werden. Verschrauben Sie alles gut (dabei unbedingt ein Winkeleisen benutzen!).
  • Richten Sie den Sockel aus und fixieren Sie ihn mit Montagekleber punktuell auf dem Fußboden (wer keine Fußbodenheizung hat, darf schrauben!).                                                                                   
  • Unterfüttern Sie Unebenheiten bei Bedarf mit Holzplättchen.
  • Drei Schränke sowie zwei Oberlichtkästen im Baukastenprinzip (vier Seitenteile, eine Rückwand) zusammenbauen (die Oberlichtkästen bekommen Glas statt einer Rückwand).
  • Eine Blende/Leiste links an der Wand mit Montagekleber fixieren und vorher ausrichten.
  • Mittels Flachdübel-System Verbindung alle Schränke und den Sockel zum Zusammenstecken vorbereiten (Schlitze fräsen, Flachdübel einseitig leimen).
  • Schränke der Reihe nach (von links nach rechts) auf den Sockel stellen und miteinander verschrauben (Winkeleisen zur Prüfung der rechten Winkel benutzen).
  • Blenden-Seiten für den Türdurchgang montieren (rechts an der Wand, links am Schrank).
  • Oberlichtkästen auf die drei Schränke bzw. einen auf die Blenden-Seite stellen.
  • Oberlichtkästen von unten durch die hohen Schränke miteinander verschrauben.
  • Oberlichtkästen mit Montagekleber auf der Oberseite mit der Decke verkleben (mit Spritz-Kartusche). Verwenden Sie Stützen, in dem Sie z. B. ein Brett in passender Höhe einschieben.
  • Jetzt wird die Führung für die Schiebetür an die Unterseite des Schranks/Oberlichts montiert.
  • Die Glasschiebetür einhängen, ausrichten und eine Bodenführung montieren.
  • Leisten zur Aufdoppelung hinten an die Schrankseiten schrauben (mittig und unten).
  • Rückwandverblendungen mittels Flachdübel-System in der Unterseite Schrank/Oberlicht fixieren.
  • Bei den Aufdoppelungen eine Lage (19 Millimeter) nicht an den Schrank, sondern an die Blende von hinten über den Stoß schrauben. Nach dem Einsetzen kann man durch den Streifen schrauben und zusätzlich unten offen (sichtbar) verschrauben.
  • Die Blenden werden dann auf der Längsfuge mit Flachdübeln verbunden.
  • Glasleisten (sechs Millimeter stark) auf Maß zuschneiden und in das Oberlicht schrauben (einseitig mit Vorlegeband).
  • Glasscheiben einsetzen und die innen liegenden Glasleisten verschrauben.
  • Topfband-Scharniere in die Schranktüren einbohren, verschrauben und mittels Kreuz-Montageplatte die Türen in den Schränken anschlagen, ausrichten und festschrauben.
  • Die „Push to open“-Beschläge in die Schränke montieren.
  • Alle Anschlussfugen des Raumteilers rundherum mit Acryl verfüllen.
  • Den Sockel bei Bedarf mit Fliesenriemchen oder individuellem Belag verblenden.

Glaszuschnitte

Falls Sie Glas-Oberlichter einplanen, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie bei größeren Maßen ab 50 Zentimeter Breite eine Glasstärke von 6 Millimeter bestellen. Auch für eventuell erforderliches Glasschneiden ist das von großem Vorteil, da dünneres Glas bei Druckbelastung durch den Glasschneider viel schneller brechen kann. Ist eine Scheibe einmal gerissen, sollte sie nicht mehr eingebaut werden.

Eine Glasplatte wird mit einem Glasschneider geschnitten.

Für Glas-Oberlichter sollte man eine Glasstärke von sechs Millimeter bestellen.

Familien-Sitzecke selbst gebaut: Schön, praktisch, preiswert

Die Sitzecke in unserem Beitrag wurde rückseitig vom Raumteiler in die Küche gebaut. Das System besteht aus fünf einfachen, weiß beschichteten Unterschränken (bzw. Mikrowellenschränken) zum selbst Zusammenbauen, die man in großen Möbelhäusern für kleines Geld kaufen kann. Vorher wird ausgemessen, wie viel Platz es in Ihrer Küche für die Sitzecke gibt. Die Schränke werden bündig nebeneinander und über Eck gestellt, ausgerichtet und dann von innen miteinander verschraubt.

Die fertige Sitzecke mit roten Sitzpolstern.

Als Sitzauflage für die fertige Sitzecke lassen sich sehr gut alte Gartenmöbelpolster mit neuen Bezügen verwenden.

Als Sitzauflage wurde einfach eine (vorne abgerundete) Standard-Arbeitsplatte verwendet, die von unten mit den Schränken verschraubt wird. Für mehr Bequemlichkeit werden entweder individuelle Sitzkissen und Auflagen selbst gefertigt oder passende Polsterauflagen gekauft. Auch alte Gartenmöbelpolster eignen sich, für die man einfach neue Bezüge näht oder kauft. In wenigen Stunden entsteht eine sehr einfach selbst zu bauende und günstige Sitzecke für die ganze Familie.

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl der Schränke darauf, dass ihre Tiefe mit der Tiefe der darauf liegenden Arbeitsplatte übereinstimmt. Die Arbeitsplatte sollte etwa ein bis zwei Zentimeter über die Schränke laufen. Falls die Schränke Türen haben, denken Sie an ausreichend Abstand zum Fußboden. Montieren Sie eventuell kleine Füße darunter, um Türen bequem öffnen zu können.

Stand: 14.06.2017, 16:00