Melt! Festival 2005

15. - 17. Juli 2005 - Gräfenhainichen

Melt! Festival 2005

Das Melt! Festival findet an einem der ungewöhnlichsten Festivalorte in Deutschland statt: auf dem "Ferropolis"-Gelände, einer Art Industrielandschaft in Sachsen-Anhalt. Zwischen Tageabbaugeräten befindet sich eine stählerne Stadt, in der über 80 Bands, DJs und Live-Acts drei Tage lang durchgehend Musik gemacht haben. Es scheint dieses Jahr einfach dazu zu gehören: (Fast) jedes Open Air-Festival hat seine Regenzeit. So auch das Melt!-Festival, das 2005 zum achten Mal über die Bühne ging.

Mit einem heftigen Sturm und viel Regen begann der Freitagabend und Maximo Park, die gerade auftreten wollten, fehlte der Strom auf der Hauptbühne. Doch die Engländer ließen sich etwas einfallen, gerade für die Fans, die trotz Regenböen vor der Bühne ausharrten: Sie spielten ein improvisiertes kurzes Akustik-Set. Ein toller Einstieg, der zeigt, dass alle Beteiligten am Melt! mit Herz und Seele dabei sind.

Und das Publikum ist nicht nur treu, sondern wächst auch von Jahr zu Jahr. Dieses Jahr fanden rund 10.500 Besucher den Weg nach Gräfenhainichen-Ferropolis (in der Nähe von Dessau), einem Ort, der nicht gerade der Nabel der Welt ist, aber eine tolle Location bietet, in der man lange und ausgiebig gute Musik hören kann und einfach Spaß hat. Den hatten auch Phoenix aus Frankreich, die auch zur noch "hellen" Uhrzeit von halb Neun abends mit ihren popigen Rockballaden eine tolle Show hinlegten. Tocotronic hingegen begannen im Nebel, im Shownebel, und es konnte jeder im Publikum den Text der Songs mitsingen. Darum ging es Bloc Party anscheinend nicht, sie blendeten das Publikum mit einer gigantischen Lightshow. Bei ihnen "brannte" die Bühne und der schräge Mix aus Punk, Dance, Pop, New Wave und Rock kam beim Melt!-Publikum sehr gut an. Mit einer Stunde Verspätung trat dann Roisin Murphy auf und das Warten hatte sich echt gelohnt. Mit einer sehr eigenwilligen Performance und der herausragenden Stimme von der Ex-Moloko Frontfrau ist der Auftritt mit Sicherheit eines der Highlights des Melt! 2005. (Daher zeigen wir auch im Anschluss des Films die Highlights des Roisin Murphy-Auftritts.)

Am Samstag zeigten uns dann 13 & God was passiert, wenn man zwei Bands zusammenlegt: Es entsteht eine ungewöhnliche neue Musikmischung, mit dem Besten von The Notwist und Themselves. Über solche Kooperationen denkt Underworld nicht nach. Sie sind auch so die Meister des Dancefloors und das absolute Highlight der Samstagnacht gewesen. Mit LTJ Bukem & MC Conrad und deren Future-Funk klingt für uns das Melt! 2005 aus. Damit können wir Euch zwar nur einen Ausschnitt aus dem über 48 Stunden Non-Stop-Programm des Melt! 2005 zeigen, hoffen aber trotzdem, dass es für Euch Grund genug ist, neugierig auf das Melt! 2006 zu sein.