Dashboard Confessional in der Live Music Hall, Köln 2004

18. März 2004 - Köln

Dashboard Confessional in der Live Music Hall, Köln 2004

"You guys sound terrific!" - diesen Satz ruft Chris Carrabba bei jedem Konzert seinen Fans entgegen. Das Publikum ist Hauptbestandteil der Shows von Dashboard Confessional. Jeder Song wird aus vollem Hals mitgesungen. In den USA kennt jeder jeden Text in- und auswendig. In der restlos ausverkauften Kölner Live Music Hall sind beim einzigen Deutschland-Konzert zumindest die ersten dreißig Reihen ziemlich textsicher und singen mit dem smarten Frontmann die bekannten Songs seiner drei Alben.

Der tätowierte rechte Unterarm des 28-jährigen schrammelt mal über eine seiner Akustikgitarren, beim nächsten Track wieder über die Stahlsaiten seiner elektrischen. Mit 16 Jahren durfte ein Freund seine ersten Tätowierversuche an ihm ausprobieren. Eine Tatsache, die er heute bitter bereut. Die Jugendsünden von damals hat er mittlerweile durch künstlerische japanische Drachen und andere Objekte überstechen lassen. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, will er sich am linken Arm noch ein Bild vervollständigen lassen und dann ist sein Körperkunstwerk an beiden Armen beendet. Eigentlich passen die Tattoos gar nicht zu seinem hübschen, weichen Gesicht und den dunklen durchdringenden Augen und eigentlich auch nicht zu seinen Power-Pop-Songs, mit den Texten über zerbrochene Beziehungen und enttäuschte Liebe.

Chris stammt aber aus der Skater-Punk-Szene Floridas, hat früher in der Emo Band Furhter Seems Forever gesungen und nebenbei an seinen eigenen Singer-Songwriter-Stücken gebastelt. Irgendwann bemerkte er, dass ihm diese viel mehr bedeuten und dass er am liebsten nur noch auf Tour sein möchte. Er gründet Dashboard Confessional und zieht zuerst alleine mit seinen Gitarren durch die USA. Seine Fangemeinde wächst und wächst. Lediglich durch Mund zu Mund Propaganda sind seine Gigs ständig ausverkauft und das Phänomen des Mitsingens verblüfft auch ihn. Im Jahr 2000 veröffentlicht er sein erstes Album: "Swiss Army Romance", welches in Deutschland nie rauskam. Seit zwei Jahren gehören Gitarrist John, Bassist Scott und Drummer Mike fest zur Band und das mittlerweile dritte Album "A Mark, A Mission, A Brand, A Scar" ist ein weltweiter Erfolg.

Als Chris um kurz vor 23 Uhr die Akkorde zum Hit "Hands Down" anspielt, ist die Stimmung der 1300 Fans auf dem Höhepunkt. Diesen Text kennt jeder und man sieht an seinem grinsenden Gesicht, wie sehr er diesen Abend genießt. Im Sommer will er mit seinen Bands zu einigen Festivals wieder zurück nach Deutschland kommen.