markt-Scanner: Bettwanzen Auf dem Vormarsch

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Montag, 24. März 2014, 21.00 - 21.45 Uhr

Seit einigen Jahren gibt es wieder vermehrt Bettwanzen, die angesichts hoher Hygienestandards als ausgerottet galten. Einmal in der Wohnung, sind sie nur schwer wieder zu verjagen. Der markt-Scanner gibt den Kammerjäger und geht auf die Suche nach dem Krabbelgetier.


Bettwanze in Großaufnahme
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Wir wollen herausfinden, wie verbreitet Bettwanzen tatsächlich sind und wo sie sich besonders wohlfühlen. Der erfahrene Schädlingsbekämpfer Werner Steinheuser begleitet uns für eine Stichprobe in ein Backpacker Hostel und in ein Vier-Sterne-Hotel.

Backpacker Hostel

In dem günstigen Hostel empfängt uns schon beim Eintritt in das angemietete Mehrbettzimmer ein ganz spezieller Duft – der laut Werner Steinheuser typisch für Bettwanzen ist: "Ziemlich süßlich. Als wir das Zimmer betreten haben, das war so ein Muff. Mich würde es nicht wundern, wenn wir hier was finden." Und die Hygiene lässt auch zu wünschen übrig: Der Experte findet Fußnägel auf dem Boden. Der nächste Hinweis: ein alter Blutfleck unter dem Schutzbezug der Matratze – eine Stelle, die kein menschlicher Körperteil berührt haben kann. Der Schädlingsbekämpfer schließt daraus, dass es in dem Hostel einen blutsaugenden Parasiten gegeben habe oder noch gebe.

Die Leitung des Hostels bestätigt unseren Verdacht. Man habe wiederholt Probleme mit Bettwanzen gehabt, gehe aber mit einem Schädlingsbekämpfer gegen sie vor.

Hygienemängel im Vier-Sterne-Hotel

Die Wahrscheinlichkeit, in einem deutschen Hotel Bettwanzen zu finden, sei laut Werner Steinheuser gestiegen, unter anderem durch vermehrten Reiseverkehr. Von der kleinsten Pension bis zum besten Hotel könne jede Unterkunft betroffen sein. Wir haben für unsere Stichprobe ein Hotelzimmer der gehobenen Kategorie angemietet: Zimmerpreis 200 Euro.

Was wir finden, sind jedoch keine Spuren von Bettwanzen, sondern Hygienemängel – menschliche Haare und eine Dreckspur. Fehle aber die Sorgfalt beim Saubermachen, würden wohl auch Hinweise auf Schädlinge wie beispielsweise Chittinpanzerungen übersehen, meint der Experte. "Und dann kann so etwas nachher ein Problem werden, weil so ein Befall erst sehr spät bemerkt wird. Und das ist dann schon bedenklich.“


Hotelbett
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In Hotels ist Sorgfalt bei der Reinigung wichtig.

Bettwanzenbefall mit Spürhund erkennen

Bettwanzen treten aber nicht nur in unsauberer Umgebung auf. Das ist die tägliche Erfahrung von Sonja Schlamp und ihrem Bettwanzenspürhund Nelly. Die Ausbreitung der Parasiten liefert ihr immer mehr Aufträge, so auch von einer Wohngemeinschaft: Ein Bewohner wurde innerhalb einer Woche mindestens zehn Mal gebissen. Er kann sich verschiedene Möglichkeiten vorstellen, wo die Schädlinge herkommen könnten: „Ich bin vor kurzem hier hingezogen, sie könnten also durchaus im Umzugswagen gewesen sein. Hier wird relativ viel gereist – es könnte sie also auch einer der Mitbewohner aus dem Urlaub mit angeschleppt haben. In meinem Zimmer gibt es relativ viele alte Möbel, was wohl auch eine Quelle ist."

Sonja Schlamp ist bereits fündig geworden: An einer Ecke des Lattenrostes findet sie winzig kleine schwarze Punkte – Kotspuren von Bettwanzen. Die Tiere selbst lassen sich nicht sehen. Ob auch die anderen Zimmer der WG verwanzt sind, soll jetzt Spürhund Nelly herausfinden. „Der Hund ist mit der Nase schneller als der Mensch mit den Augen. Noch dazu, dass er mit der Nase ein viel größeres Gebiet abscannt als wir mit der Taschenlampe“, erklärt die Hundeführerin. Tatsächlich schlägt Nelly in einem der anderen Räume an – für Sonja Schlamp der Beweis, dass auch hier die Parasiten lauern: "Also an dieser Ecke befinden sich lebende Bettwanzen.“

Fazit: Zwei Räume sind von Bettwanzen befallen und müssen von einem Schädlingsbekämpfer behandelt werden – und zwar schnell, weil sich die Parasiten sonst in der gesamten Wohnung verbreiten könnten, so Sonja Schlamp: "Die sind sehr reisefreudig. Ganz typisch wäre zum Beispiel über die Heizungsverbindungen, dass sie dann von Raum zu Raum wandern.“


Bettwanzen in Großaufnahme, zum Teil tot auf dem Rücken
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Bettwanzen wieder loszuwerden ist aufwändig.

Eingeschleppte Bettwanzen

Von einer Reise nach Indonesien kehrt eine Frau, die nicht erkannt werden will, mit juckenden Stichen und einem blinden Passagier zurück – einer Bettwanze. Sie schämt sich dafür, traut sich mit kaum jemandem über die Parasitenplage zu reden.

Die Schädlinge wieder loszuwerden, dauert lange. Mehrfach wurden Wohnung und Möbel behandelt, persönliche Dinge mussten in Kartons verpackt, alle Wände freigestellt werden. Am Ende wurde jeder Raum drei Tage lang auf 60 Grad erhitzt. Ein teurer Kampf, erzählt die Betroffene: „Wir haben bestimmt, auch mit den Sachen, die wir so weggeworfen haben, an die 2.500 Euro in die lieben Freunde investiert.“

Ob nun alle Bettwanzen tot sind, wird sich erst in einigen Monaten herausstellen.

Autor: Paul Reifferscheid


Stand: 20.03.2014, 15.52 Uhr



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