Wie Vulkane entstehen – eine Reise ins Innere der Erde

Wie Vulkane entstehen – eine Reise ins Innere der Erde

Angetrieben werden Vulkane vom heißen Erdkern im Inneren der Erde: Magma, heißes Gestein, steigt ständig zur Erdkruste auf. Umso weiter es nach oben dringt und je geringer der Druck wird, desto flüssiger wird es. Dort, wo es durch die Erdplatten bricht, entstehen Vulkane.

1.500 aktive Vulkane gibt es auf der Erde – viele davon schlafen fast ihr ganzes Leben lang,  wieder andere brechen überhaupt nur ein einziges Mal aus. Manche fließen ruhig, andere explodieren mit gewaltiger Kraft.

Auch hier bei uns schlummert ein Vulkan: in der Eifel. Vor rund 13.000 Jahren brach er aus, seither schläft er. Dabei gehört er zu einem Vulkan-Typ, der oft kaum als solcher zu erkennen ist.

Die fünf wichtigsten Vulkantypen:

1. Calderen – die heimlichen Vulkane

Luftaufnahme Laacher See

Caldera-Vulkane wie der Laacher See in der Eifel sind oft kaum als Vulkane zu erkennen. Nach einem Ausbruch stürzte hier die Decke der leeren Magmakammer ein – es bildete sich ein See.

Der Yellowstone gehört dazu – und auch der Vulkan in der Eifel: die Caldera-Vulkane. Sie verraten sich durch Geysire oder Gasaustritte – in der Eifel auch durch kleine Erdbeben. Die Ausbrüche solcher Vulkane können heftig und explosiv sein: Als der Vulkan bei Maria-Laach vor 13 000 Jahren das letzte Mal ausbrach, überzog sein Lava-Staub große Teile Europas. Es wurde so viel Material herausgeschleudert, dass ein Nebenfluss des Rheins aufgestaut wurde – als der Damm aus Asche brach, rauschte die Flutwelle den Rhein herunter bis in die Niederlande. Als die Magmakammer leer war, blieb ein großer Hohlraum in der Erde zurück. Die Decke dieser Kammer brach ein und die Senke füllte sich mit Wasser. Das Ergebnis ist die heutige Caldera: der Laacher See.

2. Spaltenvulkane

Ausbruch der Lakispalte

Beim Ausbruch der Lakispalte 1783 vernichteten giftige Gase Ernten und lösten Seuchen aus.

Am häufigsten dringt Magma aus dem Grund der Ozeane. Hier verlaufen Risse zwischen den Ozeanplatten. Magma drückt sie auseinander und quillt heraus. Die Lava, wie Magma oberirdisch heißt, füllt die Risse und lässt so immer neuen Ozeanboden entstehen. So entstehen ganze Vulkan-Gebirge unter Wasser – ohne, dass man an der Oberfläche etwas davon merkt. Island aber ist Teil eines solchen Risses und aus aufsteigender Lava gebildet worden. Da die Lava hier sehr flüssig ist, kommt es selten zu heftigen Explosionen. Dafür kann sie bei diesen „effusiven“ Ausbrüchen weite Landstriche verwüsten.

3. Gletschervulkane

Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010

Nach dem Ausbruch des Eyjafjallajölull im Jahr 2010 wurden wegen des Lava-Staubs etliche Flüge gestrichen.

Manchmal wird es bei Ausbrüchen auf Island trotzdem explosiv. Zum Beispiel dann, wenn Lava mit Eis in Berührung kommt. Ein Teil des Eises kann so heiß werden, dass das Wasser schlagartig verdampft. Dabei dehnt es sich extrem aus und zerreißt die Lava zu feiner Asche. Diese Asche hat allerdings nichts mit normaler Asche zu tun. Sie ist feiner Lava-Staub, der sich weit in der Atmosphäre verteilen kann – wie beim Ausbruch des Eyjafjallajökull.

4. Schildvulkane

Auch die Vulkane auf den Hawaiianischen Inseln sind wie Island aus dem Meeresboden gewachsen und haben eher dünnflüssige Lava. Da die Lava schnell abfließt, entstehen die flachen Kegel der Schildvulkane. Trotzdem können sie sehr groß werden. Der Mauna Loa auf Hawaii ist vom Meeresboden aus gerechnet mit 17 Kilometern Höhe der größte Vulkan der Erde.

5. Schichtvulkane

Der Vesuv liegt an einer Subduktionszone

Auch der Vesuv liegt an einer Subduktionszone: Hier werden die Afrikanische, die Europäische Platte und sogar noch eine Ozeanplatte aus der Urzeit ineinander geschoben.

Das sind die hohen, kegelförmigen typischen Vulkane, wie man sie kennt. Schichtvulkane bzw. Stratovulkane finden sich oft dort, wo die schwere ozeanische Kruste unter eine leichtere kontinentale Kruste gedrückt wird – auch Subduktionszone genannt. Das Gestein der ozeanischen Kruste schmilzt dann zu einer zähen Magma, die voller Gase steckt. Besonders an Schichtvulkanen ist, dass der Ausbruch meist mit einer Explosion von Gesteinsbrocken, Asche und Gasen beginnt – anschließend fließt Lava aus. Diese Vorgänge wechseln sich immer wieder ab, sodass sich der Vulkan aus unterschiedlichen Schichten aufbaut. Zu diesen gefährlichen Vulkanen gehört der Vesuv in Italien – oder auch der Mount St. Helens in den USA.

Autorin: Lara Richter

Stand: 04.07.2017, 14:00