So entstand unser 360°-Video

So entstand unser 360°-Video

360° – das heißt: Rundumblick! In einem 360°-Video kann der User sich umgucken und nach links oder rechts schauen – das fühlt sich an, als wäre man selbst vor Ort. Um diesen Effekt hinzubekommen, mussten wir völlig anders produzieren als sonst. Unser Kameramann Klaus Wache hat sich auf 360°-Videos spezialisiert. Diese Aufnahmetechnik ist eigentlich schon kompliziert genug. Aber Klaus und sein Team hatten auch durch den speziellen Drehort Tschernobyl erschwerte Bedingungen.

Making-Of... "Pribjat: verstrahlt, verlassen, verwaist"

Wie sieht es in der Umgebung von Tschernobyl heute aus? Und was erzählen die Überlebenden von damals? 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe haben wir dazu ein 360 Grad-Video produziert und zeigen hier, wie es entstanden ist.

Riesenrad und Kamera-Drohne

Ein Riesenrad, mit dem keiner mehr fährt. Verlassene Häuserschluchten. Verwaiste Wohnungen. Pripjat liegt direkt neben dem verunglückten Atomkraftwerk – eine Geisterstadt. Wir wollten euch spüren lassen, wie es ist, selbst dort zu sein – und haben in 360° gedreht. Mit GoPros und Drohne.

Ein Riesenrad, mit dem keiner mehr fährt. Verlassene Häuserschluchten. Verwaiste Wohnungen. Pripjat liegt direkt neben dem verunglückten Atomkraftwerk – eine Geisterstadt. Wir wollten euch spüren lassen, wie es ist, selbst dort zu sein – und haben in 360° gedreht. Mit GoPros und Drohne.

Unser 360°-Crack Klaus Wache. 360° heißt eben auch: Rundumblick – auch nach unten. Die Herausforderung: Das Stativ soll nicht ins Bild – und das Team auch nicht. Also: Stativ nur wenig ausklappen, das ganze Team muss beim Drehen raus.

Unsere 360°-Kamera neben dem Unglückreaktor: Mehrere GoPros nehmen das Bild in verschiedene Richtungen gleichzeitig auf. Im fertigen Film hat man dann das Gefühl, wirklich mittendrin zu sein.

Kein Wackeln, millimetergenaue Passform – geht gerade noch nur selbstgemacht. Also hat sich unser Kameramann die Halterungen für die einzelnen Gopros im 3D-Drucker selbst gedruckt.

Im 360°-Film erzählen Margarita Kulbabtschuk und ihr Mann Nikolai vom Unglückstag. Sie lebten direkt neben dem Kraftwerk – über die Gefahr hat sie niemand aufgeklärt. Nikolaj musste nach der Katastrophe im Kraftwerk helfen – jetzt ist er an Lungenkrebs erkrankt.

Auch in den Schulen lief der Unterricht am 26. April 1986 zunächst ganz normal weiter. 30 Jahre später ist diese Turnhalle kaum wiederzuerkennen. In einem verseuchten Gebiet  will keiner mehr leben – Pripjat ist eine Geisterstadt.

Einen Tag nach dem Unglück wurden die Anwohner evakuiert – mit Bussen. Wir haben unsere Kamera auf so einem Bus fixiert – mit einem Saugnapf. Im Film fühlt es sich so an, als würde man selbst auf einem Bus aus der Stadt fahren.

Ein Bild, das uns schockiert. Mit Gasmasken versuchten die Anwohner zunächst, sich vor den radioaktiven Gasen zu schützen. Bei der Evakuierung ließen viele ihre Maske einfach zurück.

Auch Margarita und Nikolai Kulbabtschuk wurden evakuiert – für immer. Wir sind mit ihnen in ihre alte Wohnung zurückgekehrt – in der 360°-Reportage könnt ihr euch selbst  umschauen. Inzwischen ist sie verfallen.

Die Umgebung von Tschernobyl verrottet – und mit der Zeit auch die Erinnerungen. Die lassen wir in der 360°-Reportage wieder aufleben. Und zwar so, als wärt ihr selbst dort gewesen.

Radioaktive Strahlung, kein Strom und eine zerstörte Umgebung. „Die Schlaglöcher auf den Straßen waren so tief, dass das Kamera-Equipment bei unseren Busfahrten regelmäßig einen halben Meter in die Luft geflogen ist“, erzählt Klaus. In diesem Film demonstriert er sein 360°-Equipment, das er zu großen Teilen mit seinem 3D-Drucker selbst hergestellt hat. Er erklärt, mit welchen Schwierigkeiten er beim Dreh in Tschernobyl zu kämpfen hatte und warum ihm einmal fast das Herz in die Hose gerutscht ist.

Filmautorin: Ilka aus der Mark