Tee – wie Pflanzen heilen

Eine Teemischung entsteht

Tee – wie Pflanzen heilen

Tee ist gesund – sagt man so. Aber wieso eigentlich genau? Tee enthält eine ganze Palette an pflanzlichen Wirkstoffen. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen in Kräuter- und Früchtetees.

Ätherische Öle

Die ätherischen Öle sind pflanzliche Inhaltsstoffe. Sie wirken sollenentzündungshemmend, krampflösend, harntreibend oder schleimlösendwirken. Die Pflanzen produzieren sie, um sich vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen, oder Insekten zur Bestäubung anzulocken. Die Öle werden in den sogenannten Öldrüsen der Pflanzen gebildet und im Gewebe gespeichert. Sie finden sich in Blüten, Blättern, Samen, Schalen, Wurzeln und Rinden.

Bitterstoffe

Viele Pflanzen enthalten Stoffe, die bitter schmecken. Die bitteren Bestandteile der Pflanzen gehören zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Bitterstoffe sind keine Nährstoffe, sondern eine eigene Wirkstoffklasse. Sie sind ganz unterschiedlich aufgebaut, ihre Wirkung jedoch ist immer gleich: Sie verstärken die Verdauung und fördern die Produktion von Magensaft und Speichel. Viele Bitterstoffe enthalten der Enzian, Basilikum, Thymian, Fenchel, Dill und Ingwer.

Glykoside

Glykoside sind organische Verbindungen, bei denen ein Alkohol mit einem Zucker verbunden wird. Die Heilpflanzen produzieren sie, um Fressfeinde abzuwehren. Es gibt eine kaum überschaubare Vielfalt an Glykosiden. In der Arzneimittelkunde werden sie unter anderem als Abführmittel eingesetzt.

Flavonoide

Flavonoide sind eine Untergruppe der Glykoside. Sie geben den Pflanzen ihre Farbe und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen. Sie zählen zu den sogenannten Antioxidantien. An die 6.500 Flavonoide sind inzwischen bekannt.

Saponine

Saponine werden ausschließlich von Pflanzen gebildet. In Kontakt mit Wasser werden sie schaumig. Einige Saponine können Cholesterin  binden –und somit senken. Sie kommen in nährstoffreichem Gewebe wie Wurzeln, Knollen, Blättern, Blüten und Samen vor.

Kieselsäure

Kieselsäure entsteht aus der Verbindung von Silizium, dem zweithäufigsten Element unserer Erde, mit Sauerstoff und Wasser. Sie ist auch ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Bindegewebes, der Bänder, Haut und Sehnen. Ein Mangel kann schaden, Zellulite und Krampfadern fördern. Pflanzen wie das Zinnkraut, der Spitzwegerich und Ackerschachtelhalm können Kieselsäure aus dem Boden binden und speichern.

Phytohormone

Phytohormone sind biochemisch wirkende Botenstoffe, also pflanzliche Hormone – .Sie sind den menschlichen Hormonen ähnlich. Sie können deshalb an menschliche Zellrezeptoren andocken und bewirken eine ähnliche, aber schwächere Wirkung. Phytohormone kommen beispielsweise in Mönchspfeffer, Hopfen oder Salbei vor.

Schleimstoffe

Die pflanzlichen Schleimstoffe quellen in Wasser auf und haben dadurch eine reizmildernde Wirkung. Sie helfen bei Reizhusten, Halsschmerzen und Magen-Darm-Reitzungen. Zu den schleimlösenden Kräutern zählen der Spitzwegerich, Huflattich, Malve, Beinwell und Eibisch.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zählen zu den wichtigsten Pflanzeninhaltsstoffen. Sie liefern essentielle Nährstoffe, die wichtige Stoffwechselvorgänge in Gang setzten. Viele Vitaminen enthalten die Hagebutte (Vitamin C), Ringelblume (Vitamin A), Sanddorn, die Gogibeere und die Acerola- Kirsche. Reich an Mineralstoffen ist der Salbei- und Brennnesseltee.

Autor: Michael Ringelsiep

Lesetipp

Die erfolgreiche Teemischung
Autor: Peter A. Zizmann
Verlagsangaben: Verlag Volksheilkunde 2009
Das Buch ist ein Lehrbuch der Phytotherapie und eignet sich als Nachschlagewerk während der täglichen Praxisarbeit: Grundwissen der Phytotherapie und Rezeptkunde, über 300 Teerezepte nach Diagnosen geordnet.

Stand: 23.01.2017, 08:30