Ein Pflanzenleben mit giftigen Metallen

Ein Pflanzenleben mit giftigen Metallen

Um zu verstehen, was in einer Superpflanze vor sich geht und wie sie giftige Metalle wie Nickel, Arsen oder Cadmium anreichert, ohne daran zu sterben, untersuchen Forscher die grünen Giftschlucker in einem riesigen Teilchenbeschleuniger.

Blick ins Innere der Superpflanze

Mithilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet Antony van der Ent von der australischen University of Queensland seine Superpflanzen bis in die einzelne Zelle hinein. So kann er nachvollziehen, wie die Metalle in den Pflanzen transportiert und gespeichert werden, und mit welchem Mechanismus die Hyperakkumulatoren die Schwermetalle aus dem Boden holen. Manche Superpflanzen scheiden sogar Säuren aus, die schwermetallhaltige Mineralien im Boden zersetzen. So können die Pflanzen dann noch mehr Schwermetalle aufnehmen. Die Forscher haben mittlerweile auch herausgefunden, warum das Gift den Pflanzen nicht schadet: Die meisten von ihnen speichern das Schwermetall in der äußeren Schicht der Blätter – so wird die lebenswichtige Photosynthese in den inneren Blattschichten nicht beeinträchtigt.

Gezieltes Züchten für noch mehr Leistung

Ziel dieser Forschung ist es, die idealen Superpflanzen für verschiedene Anwendungsbereiche und Standorte zu finden und diese dann immer weiter zu verbessern, damit sie noch effizienter Gifte aus dem Boden holen und noch mehr wertvolle Metalle anreichern, die dann geerntet werden können. Die Fähigkeit zur Metallaufnahme ist bei einzelnen Individuen innerhalb einer Superpflanzen-Art unterschiedlich ausgeprägt. Durch gezieltes Züchten wollen die Forscher Eigenschaften der Pflanzen wie Schwermetall-Toleranz und Biomasse weiter verbessern, um am Ende das Beste aus den Superpflanzen herauszuholen.

Filmautor: Klaus Uhrig

Stand: 14.02.2017, 08:30