Die neue Gentechnik – besser, schneller, mehr davon?

Die neue Gentechnik – besser, schneller, mehr davon?

Länger leben. Genug zu essen. An diesen Menschheitsträumen arbeiten Gentechniker: Sie versuchen Nutzpflanzen herzustellen, die mehr Menschen ernähren können – und sie versuchen Krankheiten zu behandeln, die bisher unheilbar waren. Jetzt haben sie ein neues Werkzeug: „CRISPR-Cas9“ – eine Genschere, mit der sie das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen verändern können. Sie schneidet präzise und ist dabei unerhört einfach und billig herzustellen. Eine Revolution, sagen Gentechniker auf der ganzen Welt. Aber was kann die neue Genschere – und wie weit sind Forscher bereit zu gehen?

Bens Hoffnung

Ein Beispiel: Ben. Er leidet unter einer erblichen Muskelkrankheit, die immer tödlich verläuft. Als Ben ein Kind war, sagten seine Ärzte, dass er nicht älter als 20 Jahre werden könnte. Jetzt ist Ben 24 und hat wieder Hoffnung: Forscher der Universität Texas haben das Erbgut seiner Zellen mit Hilfe der neuen Genschere „repariert“ – zunächst nur im Labor. Nun hofft er, dass aus diesen Versuchen eine Gentherapie entsteht, die ihm weitere Lebensjahre schenkt. Doch Gentherapien sind schwierig und riskant. Was ist bisher möglich?

Wo ist Schluss?

Es ist die Frage, die sich Forscher weltweit stellen. Wie weit dürfen wir gehen? Sie haben es getan: Chinesische Forscher haben das Erbgut von menschlichen Embryonen verändert, um sie widerstandsfähig gegen eine Krankheit zu machen. Die Versuche sind ein großer Schritt: Erstmals wurde bei Menschen mit Hilfe von CRISPR-Cas9 eine genetische Veränderung herbeigeführt, die an kommende Generationen weitergegeben werden könnte. Dürfen wir das: Unsere Kinder gesünder machen? Oder vielleicht sogar schöner – und auch ein bisschen schlauer?

Stand: 05.06.2017, 09:00