Die Landwirtschaft als Feinstaubquelle Nummer 1

Die Landwirtschaft als Feinstaubquelle Nummer 1

Auf dem Land, da ist die Luft frisch und sauber – könnte man meinen. Doch das stimmt nur bedingt. Auch auf dem Land gibt es Feinstaub. Den größten Anteil daran hat die Landwirtschaft. Das entstehende Ammoniak aus der Gülle reagiert in der Luft zu Ammoniumsalzen – das ist nichts anderes als sekundärer Feinstaub.

Dreckige Luft in den Städten ...

Zeichnung: Feinstaub weht vom Land in die Stadt

Ammoniak aus der Landwirtschaft kann in der Atmosphäre zu Ammoniumsalzen – und damit zu sekundärem Feinstaub – reagieren.

Anders in den Städten: Dort sorgt der Verkehr für den größten Anteil am Feinstaub. Viele Städte richten deswegen Umweltzonen für Autos ein. Das kann den Feinstaub in der Luft tatsächlich reduzieren – um knapp fünf Prozent. Immerhin ein erster Schritt für bessere Luft. Denn es gibt ein Problem: Knapp 80 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten, Kleinstädten und deren Vororten. Sie alle atmen schlechtere Luft als die Menschen auf dem Land – mit bis zu zwei Drittel mehr Feinstaub. Und schuld daran ist nicht nur der Verkehr. Denn selbst mitten in der Stadt kommt ein großer Teil des Feinstaub von außerhalb: aus der Landwirtschaft!

... kommt zum Teil von weit her aus der Landwirtschaft

Zeichnung: Ein Traktor von hinten, der Gülle auf ein Feld spritzt

Alleine durch bodennahes Ausbringen der Gülle könnten 20.000 Tonnen Ammoniak, aus dem Feinstaub entstehen kann, weniger in die Atmosphäre gelangen.

Dabei ließe sich einiges leicht ändern; zum Beispiel im Umgang mit der Gülle. Denn beim großflächigen und übermäßigen Düngen mit Gülle wird sehr viel Ammoniak freigesetzt, aus dem Feinstaub entstehen kann. Schon das sogenannte bodennahe Ausbringen der Gülle – statt sie durch die Luft zu spritzen – würde viel helfen. Forscher haben acht Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen deutlich weniger Ammoniak entsteht. Würde man sie alle umsetzen, ginge auch die Feinstaubbelastung in den Städten zurück – schätzungsweise in der gleichen Größenordnung wie es die Umweltzonen für Autos bewirken.

Wer saubere Luft haben will – und das sollte uns die Gesundheit wert sein –, muss an allen Quellen ansetzen. Und dazu gehört der Straßenverkehr genauso wie die Landwirtschaft.

Text: Axel Bach
Filmautoren: Axel Bach, Haluka Maier-Borst

Stand: 24.05.2016, 12:00