Larven – das Tierfutter der Zukunft?

Larven – das Tierfutter der Zukunft?

Weltweit verzehren wir pro Kopf 42,5 Kilogramm Fleisch. Der Bedarf ist also groß. Auch unsere Nutztiere bekommen tierisches Eiweiß – sie sollen schnell wachsen. Deshalb werden 50 Prozent der gefangenen Fische weltweit zu Fischmehl verarbeitet, was dann dem Tierfutter beigemischt wird. Nachhaltig ist das nicht, denn unsere Meere sind überfischt. Aber es gibt eine Alternative zum Fischmehl: Larven. Denn auch in ihnen steckt viel tierisches Eiweiß. Zudem sind sie wesentlich leichter zu züchten als Fische. Weltweit entstehen zurzeit Larven-Farmen.

Larven als Müllschlucker

Larven zu züchten hat noch einen weiteren Vorteil: Weltweit wird pro Jahr circa ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeworfen. Und damit auch wertvolles Eiweiß. Wenn wir diese Essensreste stattdessen Larven zum Fraß anböten, könnten die sich daran satt fressen und würden dabei außerdem wertvolles tierisches Eiweiß produzieren. Larven als Tierfutter - klingt also nach einer guten Idee. Leider schränkt ein EU-Verbot diese Nutzung bisher ein. Als Reaktion auf den BSE-Skandal darf verarbeitetes tierisches Protein nicht an Nutztiere verfüttert werden, mit Ausnahme von Fischmehl. Insektenzüchter hoffen, dass die EU diese Vorschrift bald aktualisiert und auch Larven als Ausnahme zulässt. Ab Sommer 2017 werden erste Lockerungen für die Verfütterung von Insekten an Geflügel erwartet.

Filmautorinnen: Sabina Maier, Julia Jaki

Stand: 17.04.2017, 16:30