Ein Pilz bedroht die Bananen weltweit

Ein Pilz bedroht die Bananen weltweit

Die Insel Mindanao ist die zweitgrößte Insel der Philippinen – und Zentrum des Bananenanbaus. Bananen sind das wichtigste Wirtschaftsgut auf Mindanao. Sie werden hauptsächlich nach China exportiert. Zigtausende Arbeiter sorgen dafür, dass die Früchte makellos auf die Reise gehen. Doch das ist nicht einfach, denn die Bananen sind empfindlich – sie werden von einer Vielzahl von Krankheiten und Insekten bedroht. Mit Hilfe von Pestiziden, die täglich mit Sprühflugzeugen ausgebracht werden, haben die Produzenten die Probleme bislang in den Griff bekommen.

Ein Pilz zerstört die Banane

Doch nun ist ein Pilz aufgetaucht, gegen den es bislang kein Mittel gibt: Der "Fusarium oxysporum, Typ Tropical Race 4" – abgekürzt TR4. Er ist ein Verwandter des TR1, der in den 1950er-Jahren wütete. Auch er löst die Panamakrankheit aus. Der Pilz lebt in der Erde. Von dort befällt er über die Wurzeln den Stamm und zerstört die Zellen, über die die Pflanze mit Wasser versorgt wird. Nach und nach werden alle Blätter gelb und nach spätestens neun Monaten stirbt die Bananenpflanze ab. Der Pilz kann bis zu 50 Jahre lang im Boden überleben – auch, wenn keine Bananen mehr dort wachsen. Deshalb können dort, wo der TR4 einmal aufgetaucht ist, über Jahrzehnte keine Bananen mehr angepflanzt werden.

Querschnitt Bananenstamm mit Pilz

Der Pilz befällt die Zellen, die die Pflanze mit Wasser versorgen.

Pilzsporen lassen sich im Boden nicht abtöten


Bislang gibt es kein wirksames Mittel, um die Pilzsporen im Boden abzutöten. Doch die Bauern auf Mindanao versuchen in ihrer Verzweiflung alles Mögliche. Sie tränken die Erde mit Formaldehyd oder verbrennen Autoreifen auf den Feldern. Am umweltfreundlichsten ist noch das Verbrennen von Reishülsen; die erzeugen ein besonders heißes Feuer. Doch der Erfolg ist bescheiden: Die Hitze tötet längst nicht alle TR4-Sporen in der Erde. Wissenschaftler konnten eine Methode erproben, die zumindest im Labor hilft: Der Pilz TR4 braucht Sauerstoff zum Überleben. Bedeckt man die Erde mit Plastikfolien, sterben die Sporen nach drei bis vier Monaten ab. Doch es ist äußerst fraglich, ob das unter freiem Himmel bei Wind und Regen und auf großen Flächen tatsächlich funktioniert. Wenn es den Wissenschaftlern nicht gelingt, eine Lösung zu finden, dann wird von vielen Bananenplantagen auf Mindanao bald kaum noch etwas übrig sein.

Wissenschaftler legen Plastikfolien aus

Plastikfolien schnüren den Pilzsporen den Sauerstoff ab.

Filmautorin: Katharina Nickoleit

Stand: 04.01.2016, 15:00