Wie Kopenhagen zur fahrradfreundlichen Stadt wurde

Eine Stadt fährt Rad

Wie Kopenhagen zur fahrradfreundlichen Stadt wurde

Donnerstagmorgen, 8 Uhr: Es ist Rush-Hour in Kopenhagen – Fahrrad-Rush-Hour. Die ganze Stadt scheint mit dem Fahrrad unterwegs zu sein: Zwei Drittel der Kopenhagener fahren mit dem Rad zur Schule, Uni oder Arbeitsstelle. Überall gibt es breite oder sehr breite Fahrradwege und die Fahrradmassen bewegen sich erstaunlich schnell und flüssig.

Adrian Pflug liegt quer auf einem Fahrradweg: einmal in Kopenhagen (blau) und einmal in Köln (rot)

In Kopenhagen ermöglichen breite Radwege schnelles Fahren für viele Radfahrer; auf der linken Seite zum Vergleich ein Radweg aus Köln.

Grüne Welle für Radfahrer und schräge Abfalleimer
Der für Umwelt zuständige Bürgermeister Morten Kabell erzählt, wie es dazu kam: "In den 1960er- und 1970er-Jahren war Kopenhagen eine Auto-Stadt mit vielen breiten Straßen. Dann hatten die Kopenhagener die Nase voll davon. 150.000 haben auf dem Rathausplatz protestiert. Sie wollten ihre Stadt zurück! Sie wollten, dass ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule können, sie wollten Plätze für Menschen statt Park-Plätze für Autos. Und die Politik reagierte. Das war der Start für den Umbau. Es fing ganz langsam an. Aber in den vergangenen zehn Jahren haben wir unglaublich viel erreicht." Und das zeigt sich auch an Kleinigkeiten: Radfahrer werden gezählt. An manchen Stellen stehen direkt am Radweg schräge Abfalleimer. Und an einigen Straßen gibt es zeitweise eine grüne Welle für Radfahrer.

Fahrradfahrer fahren an einem Zähler vorbei

Jeder Fahrradfahrer wird gezählt. Unser Quarks-Reporter Adrian Pflug war an diesem Tag Nummer 4261.

Viele Autofahrer sind aufs Fahrrad umgestiegen, denn in Kopenhagen heißt Fahrradfahren vor allem eines: schnell vorwärts kommen. Das hat auch zur Folge, dass wieder mehr Raum für Menschen entstanden ist. Wo früher Parkplätze waren, kann man heute gemütlich draußen vor einem Café sitzen. Kopenhagen gehört wohl nicht zu Unrecht seit Jahren zur Top 10 der Städte mit der höchsten Lebensqualität. Da können sich viele andere Städte gerne ein Beispiel nehmen.

Axel Bach

Stand: 08.09.2015, 16:00

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